Christiana Hosak (43) aus Allendorf ist Hippolini-Reittherapeutin

Tier und Mensch vertrauen

Trainiert Kinder ab drei Jahren im Umgang mit Mitmenschen und Tieren: Christina Hosak (dritte von rechts). Foto: Rose

Allendorf/L. Im Mai dieses Jahres erfüllte sich Christina Hosak aus Allendorf eine lang ersehnten Wunsch: Die Sozialpädagogin baute sich hinter ihrem Hof einen eigenen Reitplatz. Der wird seitdem nicht nur von der Allendörferin, den beiden Ponys und fünf eigenen Pferden genutzt, sondern auch von vielen Kindern, die bei ihr den Umgang mit Tieren lernen und aufs Reiten vorbereitet werden.

Das Besondere: Christina Hosak ist Hippolini-Reittherapeutin und arbeitet bereits mit Kindern ab drei Jahren. Dahinter steht ein fundiertes pädagogisches Konzept, entwickelt von Jeannette Wilke.

„Das Konzept lehnt sich an Maria Montessori an“, erläutert die 43-Jährige, selbst Mutter von drei Kindern. Dabei lernten die jüngeren Kinder in der Gruppe. „Ziel ist es, Wissen und eine Grundhaltung zu vermitteln. Es geht darum, das Pferd, aber auch einander wertzuschätzen und auch entsprechend zu kommunizieren – aber alles auf einer spielerischen Ebene“, verdeutlicht die Allendörferin. Die Kinder lernten, aufeinander zu achten, sich aufeinander zu verlassen und das entsprechende Vertrauen zu entwickeln.

Achtung und Wertschätzung

„Beim Training sitzt immer eines der Kinder auf dem Pony, ein anderes führt das Tier. Dazu gehört Achtung, Wertschätzung, aber auch Vertrauen.“

Alles Wissen werde spielerisch vermittelt. „Verstehen durch machen“, erläutert die Sozialpädagogin. Zum Reitplatz gehöre ein so genannter Freispielbereich, damit sich die Jüngsten „ausklinken“ könnten.

Denn die Kurse dauerten eineinhalb Stunden. „So lange können sich Kinder in diesem Alter nicht konzentrieren, sie brauchen auch Pausen.“

Feste Bestandteile des Konzepts der Reitstunden seien aber Regeln, Rituale und Strukturen. „Ebenso wie eine gut vorbereitete und sichere Umgebung“, sagt Hosak. Ältere Kinder lernen bei der Sozialpädagogin vor allem das freie Reiten – zunächst ohne Sattel, ausschließlich mit Halfter.

Das Konzept lasse Raum für den Bewegungsdrang und die Fantasie der Kinder. „Mit Freude und Spaß zu Lernen ist wesentlich effektiver als unter Zwang und Stress“, ist die Allendörferin überzeugt.

„Vermitteln möchte ich den Kindern auch die Gabe, sich durchzusetzen.“

Bewusst gebe es keine Abzeichen, keinen Leistungsvergleich. Lange habe sie nach einer Möglichkeit fernab des therapeutischen Reitens gesucht und schließlich in Hippolini auch gefunden.

„Vermitteln möchte ich den Kindern vor allem eine Sensibilität im Umgang mit Mitmenschen und Tieren, aber auch die Gabe, sich durchzusetzen“, sagt die Pädagogin. „Und Pferde sind dafür perfekt geeignet - denn sie spiegeln das Verhalten von uns Menschen.“

Quelle: HNA

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