Tiere bitte nicht stören: Sieben Luchse wurden gesichtet 

Schwalm-Eder. Das Fell ist so etwas wie der Fingerabdruck des Luchses. Von milchig-gelb bis leopardenartig gesprenkelt reicht die Bandbreite der Fellfarbe und Musterung, anhand derer ein Fachmann die Tiere unterscheiden kann.

Im Forstamtsbezirk Melsungen ist der Forstamtsleiter Christian Peter Foet dieser Fachmann. Als Luchsbeauftragter hat er den Überblick und sagt: „Das Gebiet des Melsunger Forstamtsbezirkes ist besetzt.“

Mit 30 im Januar aufgestellten Fotofallen konnten laut Foet im Forst sieben verschiedene Luchse fotografiert werden, drei davon waren Jungtiere.

Der Luchs mag es gern großzügig und die Gesellschaft von anderen Luchsen ist nicht erwünscht. Und deshalb ist der Forstamtsbezirk mit sechs erwachsenen Luchsen auf 20 000 Hektar ausgelastet. „Ein männliches Tier braucht 10 000 Hektar Platz, ein weibliches etwa 5000 Hektar“, sagt Foet.

Nebenbuhler werden nicht geduldet, und auch die Jungtiere müssen nach neun bis zwölf Monaten das Revier der Mutter verlassen. Als Lebensraum bevorzugt der Luchs Gebiete mit hohem Wildbestand. Doch im Grunde, sagt Christian Peter Foet, frisst er alles, was er kriegen kann. Bis zu 50 Rehe im Jahr stehen auf dem Speiseplan eines Luchses.

Der Luchs springt das Wild mit rund 60 Stundenkilometern an, das Tier fällt um und der Luchs drückt dem Tier mit einem Biss die Kehle zu, bis es erstickt. Drei bis fünf Tage braucht ein Luchs, bis er ein Reh gefressen hat. Er lässt es an der Stelle, wo er es gerissen hat, liegen und kehrt zum Fressen immer wieder dorthin zurück. Wie der Vorsitzende des Kreisjagdvereins Hubertus Melsungen Ulrich Goetjes berichtet, wurde in den vergangenen Wochen im Jadgbezirk Spangenberg zweimal ein von einem Luchs erbeutetes Reh gefunden, unter anderem in der Nähe eines beliebten Spazierweges. Außerdem konnten die Tiere in der Nähe ihrer Beute beobachtet werden.

„Luchse“, sagt Christan Peter Foet, „zeigen keine Scheu vor dem Menschen.“ Wer beim Spazierengehen einem Luchs begegnet, sollte sich dem Tier aber trotzdem nicht nähern. Nicht weil die Tiere gefährlich seien, sondern sie sollten nicht gestört werden, sagt der Luchsbeauftragte Foet.

Der Forstamtsleiter und der Vorsitzende von Hubertus Melsungen weisen außerdem darauf hin, dass tote Rehe auf keinen Fall entfernt oder angefasst werden sollen, sondern es sollte der zuständige Jagdpächter oder der Luchsbeautragte verständigt werden. (kam)

Kontakt: Christian Peter Foet, Tel. 0160/4708362 oder 05661/ 737811 und per Mail unter christianpeter.foet@forst.hessen.de

Quelle: HNA

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