Tiernothilfe nahm 20 Kaninchen in Obhut – Frau hielt sie in katastrophalen Verhältnissen

Tiere schmorten in Sonne

Schwalmstadt/Malsfeld. Petra Ziegert-Postleb hat als Vorsitzende der Tiernothilfe Schwalmstadt während ihrer ehrenamtlichen Arbeit schon viel gesehen. Doch 20 Zwergkaninchen, die zusammengepfercht unter katastrophalen Bedingungen leben, sind ihr auch noch nicht untergekommen. Mitglieder der Tiernothilfe nahmen die Kaninchen auf. Die Halterin, eine Frau aus Malsfeld, war mit den Tieren völlig überfordert gewesen.

Der Hinweis kam von einem Bekannten der Frau: Sie würde viel zu viele Zwergkaninchen halten. „Er rief an und sagte, wenn wir nicht kommen, setzt seine Bekannte die Tiere aus“, sagt Petra Ziegert-Postleb. Sie sprach sich mit dem Tierheim in Beuern ab und holte die Tiere in Malsfeld ab. Dort standen die Käfige in praller Sonne, die Kaninchen hatten kein Wasser. Ein älterer Rammler musste sogar eingeschläfert werden.

„Wären wir zwei Tage später gekommen, hätte keins der Tiere überlebt“, fügt die Tierschützerin an. Die Halterin kam mit den Zibben, Rammlern und Jungen nicht zurecht, die Tiere hatten sich rasant vermehrt.

Die Tiernothilfe brachte die Zwergkaninchen in drei Pflegestellen unter – zuvor wurden sie untersucht und nach Geschlechtern getrennt. „Die Tiere haben sich wie wild auf Wasser und Futter gestürzt“, erzählt Petra Ziegert-Postleb. Mitglieder des Vereins bauen derzeit in Rörshain ein Freigehege für die Kaninchen. Drei Rammler werden nun kastriert.

„Es gibt Leute, die machen sich keine Gedanken, wenn sie sich Tiere anschaffen“, weiß die Schwalmstädterin. Gerade Kaninchen würden sich rasant fortpflanzen. Doch sei die Haltung kastrierter Tiere unproblematisch. Die Tiernothilfe vermittelt die Kaninchen nun – doch nicht in Einzelhaltung. Denn Zwergkaninchen wollen immer einen oder mehrere Artgenossen. Die Tiernothilfe braucht dringend Spenden, um die 20 Kaninchen versorgen zu können. Dazu zählt Frischfutter wie Möhren. „Denn von Trockenfutter werden die Tiere nur fett“, weiß die Vereinsvorsitzende. Zudem wird für das Freigehege (20 Quadratmeter) Rollrasen benötigt, damit die Kaninchen sofort loshoppeln können.

• Wer spenden oder Tiere aufnehmen möchte, wendet sich an die Tiernothilfe unter Tel. 0174/324 2635.

www.tiernothilfe-schwalmstadt.de

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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