Tarpane grasen im Hutewald

Engagieren sich für den Hutewald: Von links Ralf Apel und Otto Naumann vom Forstamt Neukirchen und Dr. Wolfgang Fröhlich vom Wildpark Knüll mit einem Tarpan. Fotos: Kiele/ Sauerwald

Rengshausen. Sie lassen es sich schmecken: Friedlich grasen die Tarpane im Wald in Rengshausen. Die Wildpferde sind zu einem bestimmten Zweck in dem eingezäunten Waldstück: Sie sollen die Pflanzen auf der Weide fressen, die die trockene europäische Heide vom Wachsen abhält.

In Kooperation mit dem Wildpark Knüll grasen die Tarpane seit Mitte dieses Jahres in dem Hutewald. So nennt man einen als Weide genutzten Wald.

Neben Gras und Moos graben sie Brennnesseln aus und fressen die Wurzeln. Somit kann sich die trockene europäische Heide ausbreiten.

In der Herde aufgewachsen

Die Tarpane seien friedlich und sozialisiert, weil sie in einer Herde aufgewachsen sind, erklärt Dr. Wolfgang Fröhlich, Leiter des Wildparks Knüll. Jeden Tag müsse geschaut werden, ob noch genug Wasser für die Tiere im Tank vorhanden ist. Ein bestimmter Bereich ist im Wald für die Tarpane eingezäunt. „Der Wildpark hat sich bereit erklärt, dass Experimente mitzumachen“, sagt Naumann. Fröhlich würde die Tarpane am liebsten ganzjährig weiden lassen. In den Hutewald wurden früher Ziegen und Schweine in den Wald zum Weiden eingetrieben, berichtet Ralf Apel vom Forstamt Neukirchen.

Die Bäume auf dem über 13 Hektar großen Waldstück haben Verletzungen an der Rinde, da das Weidevieh einst die Rinde angefressen hat und somit die Bäume verletzt wurden. Einige Bäume gammeln im Inneren. Dies biete einen idealen Lebensraum für Larven und Fledermäuse, erklärt Naumann. Die Bäume wurden damals im Sommer beschnitten, damit mehr Licht auf den Boden fallen konnte. Außerdem dienten sie auch als Futter für Ziegen.

Auch dünne, abgefallene Äste wurden aufgehoben und getrocknet. Damit wurde das Vieh ernährt. Die trockenen Äste wurden zudem als Brennholz verwendet. „Die meisten der Bäume ist 180 bis 280 Jahre alt“, sagt Naumann. Die Tarpane sollen laut Dr. Wolfgang Fröhlich solange bleiben, wie es notwendig ist. In diesem Jahr werden die tierischen Außendienstmitarbeiter des Wildparks noch bis November im Hutewald im Einsatz sein.

Von Franziska Kiele

Quelle: HNA

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