Tierischer Kuss: Besuch bei den Seelöwen des Circus Herkules

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Ein fischiger Kuss: Seelöwe Siggi gibt HNA-Mitarbeiter Kristian Knauff einen Seelöwenkuss. Ein Kunststück, dass er mit seiner Trainerin Conchi Muñoz erarbeitet hat.

Schwalmstadt. Schon von weitem hört der Besucher die Seelöwen Siggi, Nelson und Andrew in ihrem Käfig brüllen, wenn er den Festplatz auf dem Haße-Hügel betritt. Die drei sind patagonische Seehunde und gehören zum Circus Herkules.

Drei hören sich im Gegensatz zu ihren kalifornischen Verwandten wie die echten Löwen an und machen ihrem Namen damit alle Ehre.

Die Männchen können ausgewachsen bis zu 2,50 Meter groß und 300 Kilogramm schwer werden. Trainiert werden die Schwergewichte von Conchi Muñoz und ihrem Ehemann Gary Jahn. Dessen Vater Harry Jahn arbeitete beim Circus Krone und Gary wuchs mit den Zirkustieren auf.

Auch seine Frau Conchi Muñoz stammt aus einer Zirkusfamilie mit langer Tradition. Ihr Vater ist der berühmte Clown Angelo Muñoz. Dieser trat lange Jahre im Circus Roncalli auf und wurde beim Zirkusfestival in Monte Carlo mit einem Goldenen Clown ausgezeichnet.

Conchi Muñoz reiste schon im Kindesalter mit ihrem Vater und ihrer Familie durch ganz Europa, doch zu den Tieren kam sie erst später. „Wir waren eine Clownsfamilie, das einzige Tier was wir hatten, war ein Hund“, sagt sie lachend. Die Seelöwen haben sie und ihr Mann nun seit etwa zehn Jahren.

Großes Schwimmbecken

Untergebracht sind die Tiere in einem Transportwagen mit Wasserbecken und kleiner mobiler Küche. Während den Vorstellungen wird zusätzlich ein großes Schwimmbecken aufgebaut, damit die Tiere genug Freiraum haben. Siggi, Nelson und Andrew warten schon gespannt in ihrem Käfig, während Gary Jahn Fisch für sie zubereitet. Dieser muss hohen Hygienerichtlinien entsprechen. Die Seelöwen werden aus dem Käfig gelassen und stürmen auf Conchi Muñoz zu. Der älteste der drei, Andrew, hat keine große Lust und kehrt direkt wieder in seinen Käfig zurück. Nelson und Siggi bleiben jedoch.

„Stell dich doch einfach mal hier neben mich“, sagt Trainerin Muñoz. Siggi und Nelson begutachten die Situation sehr intressiert. Wenn man ihnen die Hand hinhält stupsen sie kraftvoll mit ihrer Schnauze dagegen. Die Seelöwen haben ein ganz weiches Fell, nur die Schnurrhaare kratzen ein wenig. „Wenn sie in der Sonne liegen und trocknen, sehen sie aus wie Plüschtiere“, sagt Conchi Muñoz.

Fischiger Seehundkuss

Siggi genießt es, am Hals gekrault zu werden und fängt genüsslich an zu brummen. Auch weitere Kunststücke sind kein Problem. Hält man ihm die Wange hin, so belohnt er einen direkt mit einem feuchten und leicht fischigen Seehundkuss. Die Fütterung der Tiere ist gar nicht so einfach. Siggi frisst zum Beispiel nur den Mittelteil des Fisches. Sobald er Kopf oder Flossen sieht, schüttelt er sich und nimmt den Fisch nicht. Im Gespräch mit Conchi Muñoz am Beckenrand werden wir von Siggi mit weiteren Küssen belohnt. (zkk)

• Der Circus Herkules ist am Mittwoch, 16 und 19 Uhr, und am Donnerstag, um 17 Uhr auf dem Festplatz zu sehen.

Quelle: HNA

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