Tierschützer fordern Kastrationspflicht für Katzen

Wolfhager Land. Der Altkreis Wolfhagen hat ein massives Problem mit sich rasch vermehrenden Streunerkatzen. Dies sagt Jutta Zyweck von der Tiernothilfe Breuna/Zierenberg.

„Wir kastrieren 300 wilde Katzen im Jahr, und das ist nur die Spitze des Eisbergs.“ Gerade jetzt im Frühling werde der Altkreis wieder mit Katzenbabys überschwemmt. Dies vergrößere das Tierleid und erhöhe die Seuchengefahr.

Die Tierschützerin und ihre Mitstreiter fordern deshalb seit Jahren eine bundesweite Kastrationspflicht für Katzen. In Kassel scheint sich in dieser Hinsicht derzeit etwas zu bewegen. Hier könnten Katzenhalter bald dazu verpflichtet werden, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Damit soll der unkontrollierten Vermehrung von frei laufenden Katzen Einhalt geboten werden. Die Initiative geht von Tierschützern aus. SPD und Grüne unterstützen das Vorhaben. Am gestrigen Donnerstag traf sich der Rechtsausschuss zu einer Sondersitzung in Kassel. Dabei haben die Tierschützer aus dem Altkreis ihr Votum zur Kastrationspflicht abgegeben.

Die Tiernothilfe hofft, dass sich auch endlich im Altkreis etwas tut. In Wolfhagen habe man bereits vor einigen Jahren schon darüber diskutiert, sagt eine Sprecherin aus dem Rathaus. Gescheitert sei es bisher an der Frage, wie man eine solche Kastrationspflicht kontrollieren könne.

Es mache wenig Sinn, wenn einzelne Kommunen eine solche Pflicht beschließen würden, meint Naumburgs Bürgermeister Stefan Hable. Wenn man so etwas einführen wolle, müsse der gesamte Altkreis mit dem Ordnungsbehördenbezirk und Wolfhagen im Boot sein.

Auch die Tierärzte unterstützen die Forderung der Tierschützer. Dr. Kerstin Loewenherz aus Wolfhagen sagt: „Es muss eine sinnvolle Populationskontrolle geben, um die Katzen zu schützen, deren unkontrollierte Vermehrung zu verhindern und die Seuchengefahr einzudämmen.“

Quelle: HNA

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