Tierschützer für Kastrationspflicht bei Katzen -Kommunen winken ab

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Einfach süß: Katzenjunge sind niedlich anzusehen, doch sollten sie kastriert werden.

Homberg. Sie passen in eine Hand und sind kuschlig weich. Die kleinen Kätzchen aus dem Tierschutzverein Homberg sind erst ein paar Wochen alt. Doch die kleinen Vierbeiner werden zu einem Problem, denn sie werden immer mehr.

Das haben die Verantwortlichen des Tierschutzvereins Homberg/Borken längst erkannt. Sie setzen sich für die Kastration der Katzen ein und haben jetzt die Städte Homberg und Borken dazu aufgerufen, dies zur Pflicht zu machen.

„Unkastrierte Katzen können sich zwei bis drei Mal im Jahr fortpflanzen“, sagt Sonja Hentschel, Vorsitzende des Tierschutzvereins. „Die Anzahl der Jungen liegt pro Wurf bei etwa drei bis fünf Welpen“, sagt sie. Die Tierheime sind überfüllt. Städte reagierten nicht „Leider habe ich von beiden Städten auf meine Briefe keine Rückmeldungen erhalten“, sagt Hentschel. Das sei sehr schade, da das Problem immer größer werde.

Auf die Verelendung von streunenden und verwilderten Katzen im Landkreis hat der Tierschutzverein schon mehrfach aufmerksam gemacht. „Die Tiere befinden sich oft in einem bemitleidenswerten Zustand, leiden an Mangelerscheinungen, Krankheiten und Parasiten.“ Um die Vermehrung freilaufender Katzen einzudämmen, sei es unerlässlich, so Sonja Hentschel, dass alle Katzenfreunde die Tiere kastrieren lassen, die sie versorgen. „Nur so kann dem Elend von Jungkatzen entgegen gewirkt werden.“ Wer eine Katze besitze oder versorge, trage die Verantwortung für das Tier.

Kein Zuschuss

Auf Nachfrage der HNA erklärte Siegfried Bank, Pressesprecher der Stadt Borken, die Stadt zahle keinen Zuschuss für Kastrationen. „Wir kennen das Problem von wilden Katzen hier nicht“, sagte Bank. „Wir haben uns mit anderen Städten im Landkreis ausgetauscht und sehen zur Zeit keinen Handlungsbedarf, da wir rechtliche Unwägbarkeiten in der Kastrationspflicht für alle Halter von Katzen sehen“, sagt Hombergs Bürgermeister Martin Wagner.

Diese Antworten will Hentschel so nicht gelten lassen: „In der Stadt Paderborn gibt es bereits seit fast vier Jahren eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht“, berichtet sie. Diese sei in die Verordnung zu Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung aufgenommen worden.

Keine Revierkämpfe

„Wenn die Katzen kastriert sind, dann gibt es auch keine Revierkämpfe“, sagt Hentschel. Bei den Kämpfen würden auch Krankheiten übertragen. Ein weiterer Grund dafür, warum der Tierschutzverein sich für die Kastrationspflicht ausspricht. Denn sei eine Katze erstmal kastriert, geraten die Tiere nicht mehr so häufig in Kämpfe.

Da es keine Unterstützung aus den Städten gibt, kämpfen die Tierschützer weiter: „Wir wollen eine Aktion für Freigängerkatzen starten. Unsere Spenden wollen wir für die Kastrationen der Katzen ausgeben. Es können sich Katzenbesitzer aus Homberg und Borken für einen Zuschuss melden“, sagt die Vorsitzende.

Kontakt: Tierschutzverein Homberg/ Borken, Tel. 06693/1477.

Quelle: HNA

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