Land gab 100.000 Euro für Reitverein - Tierschützer sind sauer über Spende

Rengshausen. Der Landestierschutzverband Hessen zeigt sich verärgert über den Zuschuss, den der Reit- und Fahrverein Rengshausen vom Land für den Bau einer neuen Reithalle erhält. Dessen Summe beläuft sich auf 100.000 Euro, hinzu kommen weitere 40.000 Euro aus öffentlichen Kassen.

Diese Nachricht sei eine böse Überraschung und noch dazu völlig unverständlich für die im Landestierschutzverband Hessen vertretenen Vereine, teilt dessen Geschäftsführer Ralf Kurtze mit.

Viele Vereine bald insolvent

Es sei schlicht nicht nachvollziehbar, dass ein kleiner Reitverein für den Bau einer Halle aus öffentlichen Kassen eine solch große Summe erhalte: Das sei zwar schön für den Verein, der 170 Mitglieder habe und seit fast acht Jahren bestehe – doch stünden dem doch 80 hessische Tierschutzvereine mit 50.000 meist ehrenamtlich tätigen Mitgliedern gegenüber.

Sie alle erfüllten eine wichtige und noch dazu eigentlich kommunale Pflichtaufgabe, indem sie Tiere aufnehmen, versorgen und unterbringen. Eine Arbeit, die nur zu einem verschwindend geringen Teil aus öffentlichen Kassen unterstützt werde und die zugleich wegen steigender Kosten und maroder Tierheimbauten immer schwieriger würden. Viele Vereine, zum Teil mehr als 100 Jahre alt, stünden vor der Insolvenz, sagte Kurtze.

Der Landestierschutzverband Hessen sei deshalb schon beim Umweltministerium vorstellig geworden, habe dort aber erfahren, dass kein Geld vorhanden wäre. Um so größer sei nun das Unverständnis, dass ein Reit- und Fahrverein für einen Hallenbau 140 .00 Euro erhalte. „Da fällt es schwer, die Ehrenamtlichen davon zu überzeugen, dass ihre Arbeit auch geschätzt wird,“ sagt Kurtze

Tierschützer geben Arbeit

Nicht nur der Reit-und Fahrverein Rengshausen setze auf eine gute Jugendarbeit: Die Tierschutzvereine engagierten sich ehrenamtlich in der Jugendarbeit, organisierten Projekttage in Kindergärten und Schulen und auch Besuche in Behinderten- und Altenheimen. Noch dazu seien sie Arbeitgeber für viele schwervermittelbare Auszubildende, schreibt Kurtze. (bra)

Quelle: HNA

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