Tierschutzbund kritisiert Geburt von Bärin - Landrat verteidigt Zucht im Wildpark

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Kommen gut miteinander aus: Baunbärin Onni (links) und ihr Nachwuchs Alexa beim gemeinsamen Spiel im Wildpark Knüll. Das Bild hat HNA-Leser Michael Grün aus Kirchberg bei einem Besuch im Park aufgenommen.

Schwalm-Eder. Die gute Nachricht vorweg: Braunbärnachwuchs Alexa im Wildpark Knüll geht es gut. Doch übt der Deutsche Tierschutzbund an der Geburt des Bärenjungen Kritik. Vor allem, weil Bärin Onni erneut trotz Verhütung (Pille) trächtig wurde.

Bereits 2012 hatte Onni drei Junge bekommen und diese nicht ausreichend versorgt. Letztlich wurde der Nachwuchs eingeschläfert. „Das tragische Ende der Bärenbabys ist uns noch in Erinnerung. Nach Angaben der Parkleitung war auch der damalige Nachwuchs unerwartet aufgetreten und nicht geplant“, sagt James Brückner, der bei dem Tierschutzbund Experte für Wildtiere ist. „Daher sollte Nachwuchs unbedingt vermieden werden.“ Zudem sei die Abgabe von Bären in anderen Zoos nicht nur in Deutschland, sondern in Europa generell schwierig, betont er.

Die Verhütungsmethode habe in den vergangenen Jahren funktioniert, so Landrat Winfried Becker. Daher habe man nicht damit gerechnet, dass Onni trächtig wird. „Auch die Tatsache, dass jetzt nur ein Bär zur Welt gekommen ist, spricht für unsere Vorgehensweise“, sagt Becker. Onni habe Alexa von Beginn an sehr gut versorgt. Auch sonst verhalte sie sich anders als 2012, als sie ihren Nachwuchs ablehnte. „Für uns gehört eine verantwortungsbewusste Zucht zur artgemäßen Tierhaltung dazu“, erklärt Becker. Und: Es sei immer gesagt worden, dass bei den Braunbären zu gegebener Zeit wieder gezüchtet werden soll. Außerdem habe die Wildparkleitung die Erfahrung gemacht, dass sehr wohl immer wieder Bären von anderen Parks gesucht werden. Hinzu komme, dass das Gehege genügend Platz für die drei Bären biete, neben Onni und Alexa leben auch Braunbär Balu und Wölfe dort. Man werde Onni weiter die Pille geben. „Wohlweislich, dass eine Verhütung nie eine hundertprozentig Sicherheit ist, übrigens auch nicht beim Menschen“, so Becker.

Drei Jungbären wurden vermittelt 

Der Deutsche Tierschutzbund hat sich selbst keinen Eindruck von Alexa und ihren Lebensbedingungen im Wildpark Knüll gemacht, sagt James Brückner auf HNA-Anfrage. Man habe einen Hinweis bekommen und sei diesem nachgegangen. Er wisse aber, dass die Anlage in Almuthshausen „nicht zu den Schlechtesten zählt“. Allerdings hatte der Tierschutzbund in einer ersten Stellungnahme unserer Redaktion mitgeteilt, dass neben Alexa noch drei weitere Bärenjunge in der Anlage leben und nicht vermittelt wurden. Das ist falsch, die Jungbären, die 2010 geboren worden waren, wurden an andere Parks abgegeben. Onni versorgt diesmal nur ein Junges.

Quelle: HNA

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