Angehender Fachabiturient Till Eckhardt führt den SPD-Ortsverein seines Heimatdorfs

19-Jähriger führt den SPD-Ortsverein seines Heimatdorfs

In Dagobertshausen zu Hause: Till Eckhardt engagiert sich politisch für sein Dorf. Er findet, es sollten sich mehr Bürger in die Politik einbringen. Foto: Slawik

Dagobertshausen. Als sich Till Eckhardt an der Melsunger Radko-Stöckl-Schule seinen neuen Klassenkameraden vorstellte, waren die meisten Gleichaltrigen erst einmal verblüfft.

Der 19-jährige aus Malsfeld-Dagobertshausen hat in seinem Heimatort bereits einen politischen Führungsposten inne. Seit kurzem ist er Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Dagobertshausen.

Politik ist das große Hobby des angehenden Fachabiturienten. Mittlerweile finden seine Freunde und Mitschüler das eher interessant als merkwürdig, erzählt Till Eckhardt und lacht: „Auch wenn ich ihnen manchmal auf die Nerven gehe, wenn ich in der Freizeit über Politik reden will.“

Dem Großonkel gefolgt

Im März 2009 ist er der SPD beigetreten, kurze Zeit später fungierte er bereits als Delegierter. „Ich habe dann angefangen, an öffentlichen Sitzungen teilzunehmen“, erinnert sich Eckhardt. Als Herbert Berger, sein Großonkel und langjähriger Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Dagobertshausen, von seinem Posten zurücktrat, übernahm der Schüler dessen Funktion. Außerdem ist Eckhardt Vizevorsitzender des Malsfelder SPD-Gemeindeverbandes.

„Diese Ämter nehmen schon viel Zeit ein, aber ich mache das sehr gerne“, sagt Till Eckhardt. Von Politikverdrossenheit hält der 19-Jährige wenig. Sein Motto lautet vielmehr: sich selber engagieren, statt zu nörgeln. „Demokratie funktioniert nur, wenn die Leute mitmachen“, findet der Jungpolitiker: „Wenn sich Menschen engagieren, geben sie ihrer Stimme mehr Kraft.“ Deshalb wirbt Till Eckhardt um mehr Mitglieder für seine Ortspartei in dem 300-Einwohner-Dorf. Denn: „Alleine kann man nichts bewirken.“

„Vor Ort etwas gestalten“

Die Bühne der großen Politik ist nicht Eckhardts Ziel. „Klar, wenn ich die Chance hätte, würde ich es machen. Aber ich sehe das relativ realistisch. In erster Linie mache ich Politik, um hier vor Ort etwas mitgestalten zu können“, erzählt der Schüler. Zum Beispiel den Durchgangsverkehr der Lastwagen zu reduzieren. Oder den Jugendraum in Dagobertshausen auszubauen. „Ich kann meine Vorschläge machen, ohne dass ich belächelt werde“, sagt Eckhardt.

In seiner Freizeit macht er „eben das, was die meisten so machen.“ Neben seinen Freunden ist ihm außerdem der Schützenverein und die Freiwillige Feuerwehr wichtig. Später mal möchte er Physik und Nanowissenschaften studieren. Eines ist für ihn aber klar: „Ich möchte hierbleiben.“

Quelle: HNA

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