Tino Degenhardt aus Oberelsungen lebte dreieinhalb Jahre im Ausland

+
Fasziniert vom Leben in China: Tino Degenhardt aus Oberelsungen hat mit seiner Familie drei Jahre in Changchun, im Nordosten der Volksrepublik China gelebt. Auf dem Foto ist die Metropole Hongkong zu sehen.

Oberelsungen. Irgendwie ist dort alles anders. Und gleichzeitig faszinierend: die Größe Chinas, das Essen dort und die Mentalität der Leute. Tino Degenhardt wollte schon immer etwas von der Welt sehen. Das hat er auch.

Andere Länder, andere Sitten: So werden in der Hafenstadt Shanghai Fernseher transportiert.

Der 16-Jährige lacht: „Die Chinesen schmatzen laut beim Essen. Auto fahren sie links und rechts - unvorstellbar.“ Seit einigen Wochen ist er wieder zurück in Deutschland, in Oberelsungen. „Damals ging alles ganz schnell“, erinnert sich Tino.

In den Sommerferien stand fest: „Wir gehen.“ Knapp drei Jahre - von November 2008 bis Sommer 2011 - hat er mit seiner Familie in Changchun im Nordosten Pekings gelebt. Seine Familie lebt zurzeit noch dort. „Wir hatten uns schon öfters gefragt, wie es ist, im Ausland zu leben. Dann hatten wir die Chance: „Mein Vater ist Manager bei VW und hatte sich im Werk in Changchun beworben“, erklärt der 16-Jährige. Tino und seine jüngere Schwester haben in China eine deutsche Schule besucht. Drei bis vier Monate habe es gedauert, bis er sich auf Chinesisch verständigen konnte, sagt Tino. „Man muss sich in einem fremden Land eben anpassen.“ Auch seine Qualifikationsprüfung für den Realschulabschluss hat er vergangenen Sommer in Korea absolviert.

In seiner neuen Heimat hat sich der 16-Jährige ziemlich schnell zu Hause gefühlt. Trotzdem habe er jeden Tag etwas Neues erlebt, was ihn zum Staunen gebracht hat. Tino Degenhardt überlegt kurz. Er erinnert sich an das Chinesische Neujahr. „Drei Wochen lang flogen von morgens bis abends die Böller. Das war echt wie im Krieg“, sagt der Weltenbummler. Auch Sehenswürdigkeiten wie die Chinesische Mauer und die Terrakotta-Armee in Xi’an haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Als er im Sommer 2011 zurück nach Deutschland kam, hatte Tino gerade einmal sechs Wochen Zeit - Zeit, um wieder den Koffer zu packen. Diesmal für einen Schüleraustausch in Neuseeland. „Ich wollte schon immer mal nach Neuseeland. Dort Englisch lernen und die tolle Landschaft sehen.“ Ein halbes Jahr hat er anschließend in Paraparaumu, 50 km nördlich der Hauptstadt Wellington, bei Gastfamilien gelebt.

Oft denkt er an die Zeit dort zurück - an die Tour durch Neuseeland, von Christchurch bis Auckland, das Raften und Segelfliegen, an die Rugby-Weltmeisterschaft und auch an ein Erdbeben. Vor allem aber vermisst er die Offenheit der Neuseeländer, seine Gastfamilien und Freunde. Persönlich habe sich der 16-Jährige durch das Leben im Ausland nicht verändert. „Aber man wird lässiger und sieht vieles anders“, sagt er.

Jetzt will er erstmal sein Abitur am Hüffert-Gymnasium in Warburg machen. Für immer auswandern möchte Tino danach nicht. Aber er weiß: Von der Welt hat er noch nicht genug gesehen. Seinen Koffer wird er auf jeden Fall nochmal packen - am liebsten für die USA, Südafrika und Australien.

Von Nina Skrzyszowski

Quelle: HNA

Kommentare