Für die große Fahrt

Experten-Tipps zur Wohnmobilsicherheit

Mit dem Wohnmobil unterwegs: Henning Oeste rät, wer das Gesamtgewicht grob ermitteln möchte, kann eine Radwaage verwenden.

Melsungen. "Grundsätzlich ist es ähnlich wie beim eigenen Auto. Auch das Wohnmobil muss regelmäßig zur Inspektion", erklärt Wohnmobilexperte Henning Oeste von der Firma C.O. Wohnmobile.

Insbesondere sei es ratsam, das Frischwassersystem und die Gasanlage zu kontrollieren. Aber auch das richtige Zuladungsgewicht spielt eine wichtige Rolle.

Die Kontrolle der Gasanlage wird vom Tüv vorgeschrieben, und zwar alle zwei Jahre. Geprüft werden kann Tüv und Dekra aber auch bei Wohnmobilanbietern. Das Wasser: Algen oder Flockenbildung könne im Frischwassertank für Ärger sorgen. Dieser sollte daher mindestens zweimal im Jahr gereinigt werden. Trotzdem sollte die Anlage auch vor der Abfahrt nochmal auf Unreinheiten und Dichtheit geprüft werden, empfiehlt Oeste. "Die Reinigung kann man selbst in die Hand nehmen. Es gibt Produkte in Pulverform, die man in den Tank gibt. Das Gewicht: Eine wichtige Rolle spielt auch das Gewicht des Fahrzeugs. Durften mit dem alten Pkw-Führerschein noch Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen gefahren werden, so sind es jetzt noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht.

Wer sich also mit dem neuen Führerschein der Klasse B ein Wohnmobil leihen möchte, sollte darauf achten, dass das Eigengewicht des Fahrzeugs nicht zu hoch ist. Mittlere Mobile können schon bis zu 3200 Kilogramm wiegen. Da bleibe nicht viel Spielraum für das Ladegewicht. Er rät dazu, das Gesamtgewicht vor Reisebeginn auf jeden Fall auf einer Autowaage zu kontrollieren. 200 Kilogramm Gepäck ausräumen zu müssen, weil man in eine Kontrolle gerate, sei keine schöne Sache, sagt Oeste. Zudem drohen Geldbußen. (zla)

Tipps:

Erwin Berneburg vom Tüv Hessen in Schwalmstadt hat unserer Zeitung weitere Tipps gegeben, wie Camper Gefahrenquellen ausschließen können:

• Schläuche dürfen maximal zehn Jahre alt sein. Die Aufschrift ist in amerikanischer Schreibweise also zum Beispiel 2007/11.

• Flaschenstandort: Die Gasflaschen stehen auf einem Boden mit Abzugsmöglichkeit. Der Boden muss frei sein zur Durchlüftung. Keinesfalls gehöre dort Teppich oder ähnliches hin. Das Gas ist schwerer als die Luft und fällt nach unten – wenn der Abzug verschlossen ist, dann sammelt sich das Gas. Es bestehe die Gefahr des Erstickens oder des Entzündens.

• Schornstein: Der Schornstein der Heizung kann überprüft werden, er sollte freigängig sein und frei von Dreck.

• Belüftung Kühlschrank: An der Seitenwand mit dem Kühlschrank befindet sich eine vergitterte Öffnung für die Zuleitung für die Frischluft und die Ableitung der Abgase des Kühlschranks. Diese Gitteröffnung muss offen sein.

• Berneburg rät zum Einbau moderner Rauchmelder. Diese Geräte seien in der Lage, Abgase und ausströmendes Gas zu erkennen. Bei der Heizung sollte die Fehlerschaltung funktionieren. (ddd)

Quelle: HNA

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