Beeindruckende Theateraufführung in der König-Heinrich-Schule in Fritzlar

Die Titanic sank noch mal

Langsam bahnt sich die Nachricht vom Untergang in die erste Klasse der Titanic: von links Lisa Kuske und Ann Gubbe. Fotos:  Eberlein

Fritzlar. „Der Untergang der Titanic ist Kunst, der Untergang der Titanic ist patentiert.“ So und mit vielen anderen Beschreibungen wurden die schrecklichen Ereignisse beim Untergang des Passagierschiffes im April 1912 geschildert.

Die Texte waren der Beginn einer einmaligen Theateraufführung an der König-Heinrich-Schule (KHS) Fritzlar. Unter der Leitung von Lehrer Ignatz Wilka hatte der Zwölferjahrgang im Unterrichtsfach Darstellendes Spiel das Stück erarbeitet.

Grundlage von Enzensberger

Es beruht auf einem Text des Schriftstellers Hans Magnus Enzensberger. Die Aufgabe der Schüler sei gewesen, eine Rolle in der textlichen Vorgabe zu finden, sich in diese hineinzuversetzen und sie weiterzuentwickeln, erklärte Wilka. Die Ergebnisse der Kombination aus Gegebenem und den Ideen und Gedanken der Schauspieler, umrahmt durch Musik von Tobias Dolle gab es am Donnerstagabend in der Pausenhalle der KHS zu sehen.

Beklemmend wirkte das Anfangsbild: Eine Reihe von Gestalten in einem wie ein Schiffsbug geformten Raum, positionierte sich um eine aufgebahrte Tote. Das Wasser und der Tod waren allgegenwärtig, berichteten die Figuren. Vom Kapitän über die Damen der ersten Klasse bis hin zu der Toten selbst erzählten sie aus der Nacht des Untergangs.

In eindrucksvollen Monologen, die die Schüler selbst geschrieben hatten, kam die Wahrnehmung der Beteiligten zum Vorschein: Da waren der Schiffsingenieur, dem die Phantasie fehlte, um sich einen Untergang vorzustellen; die Damen der besseren Gesellschaft, die sich mehr darum kümmerten, etwas Besseres zu sein, als den Ernst der Lage zu erkennen und die Arbeiter im Maschinenraum, die ertranken, während der Kapitän sie noch antrieb. Und dann ein Schreckmoment: das durchdringende Geheul der Sirene und schreiend rotes Warnlicht.

Es sei gigantisch, was der Kurs auf die Beine gestellt habe, bilanzierte Wilka. Einige seien über sich hinausgewachsen. Zudem sei zu beobachten, dass aus dem Kurs eine echte Einheit geworden sei.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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