Bei Heinrich Schröder (72) dreht sich alles um Fußball

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War selbst Spieler und Schiedsrichter: Heinrich Schröder kickte viele Jahre beim Grün-Weiß Lenderscheid und beim VfL Wernswig.

Lenderscheid. Seit er 14 ist, dreht sich im Leben von Heinrich Schröder alles um Fußball. Bis zu seinem 56. Lebensjahr war der Lenderscheid selbst aktiver Kicker, danach Schiedsrichter.

Doch längst sammelt der fußballbegeisterte gebürtige Leuderöder nicht nur alles rund um den Grün-Weiß Lenderscheid und den VfL Wernswig. Seine Passion sind Statistiken - in ellenlangen Tabellen hat Schröder alle deutschen Meister, Pokalschützen, alle Spiele der Nationalelf zusammen gefasst.

Für den Fußball nahm Heinrich Schröder schon immer gern weite Wege auf sich: Um sich die Spiele der Weltmeisterschaft 1954 im Fernsehen ansehen zu können, lief er zu Fuß als 14-Jähriger mit seinem Bruder nach Homberg ins Schützenhaus. Die Frage nach dem ersten Spiel der Nationalmannschaft beantwortet der Lenderscheider wie aus der Pistole geschoss: „Das war 1908 in Basel, Deutschlang gewann fünf zu drei gegen die Schweiz.“

An eine bittere Fußballepisode aus dem Jahr 66 erinnert sich Schröder noch genau. Drin oder nicht drin? Das war damals die alles entscheidende Frage beim Endspiel Deutschland gegen England. Der Treffer, der den Engländern den Sieg brachte, ging als „Wembley-Tor“ in die Fußballgeschichte ein. Noch heute ist dieses Tor ein Thema. „Weil der Torschütze Hurst 35 Jahre später in seiner Autobiographie gestand, dass der Ball nicht hinter der Linie war.“

Nicht um ein Tor, sondern gleich um 16 ging es im Jahre 1912 bei den Olympischen Spielen in Stockholm. Die deutsche Nationalmannschaft verlor gegen Russland. Und zwar haushoch 16 zu null.

Ab 1926 zogen die Nationaltrainer die sportlichen Strippen der Mannschaft. „Die meisten Spiele absolvierte Sepp Herberger mit der Elf - und zwar 172“, erklärt Heinrch Schröder. Doch nicht nur übers Fernsehen frönte der Lenderscheider seinem großen Hobby. Wenn er nicht selbst über den Rasen jagte, fuhr Heinrich Schröder in die Stadien. Gern erzählt er von der Europameisterschaft 1976. Beim Spiel Deutschland gegen Griechenland in Düsseldorf saß Schröder auf der Ehrentribüne. Dort traf er auch den Trainer vom FC Barcelona Hennes Weisweiler. Als er nach dem Spiel mit seiner Frau telefonierte und die ihrer Mutter erzählte, dass der Heinrich den Weisweiler „erkannt“ habe, fragte die prompt zurück: „Und? Hat der Weisweiler den Heinrich denn auch erkannt?“

Von all den Fußball-Trophäen aus den vielen Jahrzehnten hat sich der 72-Jährige übrigens nach und nach verabschiedet: „Die Schiedsrichtersachen und alles andere habe ich jüngeren Kollegen geschenkt.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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