Tizian ist das neue Waldmännchen

Trägt die Waldmännchen-Tracht: Tizian Linus Groß (Mitte vorn) wurde bei winterlichem Schneetreiben zum Waldmännchen gekürt. Mit ihm auf dem Foto sind (von links) Maxim Symanski, Mia Riedel, Stella Ackermann und seine Vorgängerin Joy Ackermann. Foto: Reichel/nh

Wichte. Wichte hat ein neues Waldmännchen: Tizian Linus Groß wurde am 2. Januar zum Schutzpatron der Wichter gekürt.

Der Sechsjährige, der Joy Ackermann ablöst, trägt schon zum dritten Mal die Waldmännchen-Tracht.

Bereits 2013 als Dreijähriger und 2014 hatte er den Schutzhut auf, teilt Ortsvorsteher Dieter Reichel mit.

Seit 20 Jahren lädt der Heimatverein auf den Wichter Dorfplatz ein, um am 2. Januar unter den Kindern des Ortes das Waldmännchen zu finden.

Der Brauch geht laut Reichel auf eine alte Sage zurück. In vielen Dörfern der waldreichen Gegend gingen die Waldarbeiter am zweiten Tag des Jahres nicht in den Wald, sondern versammelten sich zu einem Umtrunk am Feuer.

Auch Holzfuhren haben laut Reichel an diesem Tag nicht stattgefunden. „Man glaubte, es passiert ein Unglück, wenn man an in den Wald geht“, sagt der Ortsvorsteher.

In Wichte hatten deshalb 1996 einige Erwachsene die Idee, einen Waldmännchen-Tag ins Leben zu rufen. Auf dem Dorfplatz werden Geschenktütchen an die Kinder verteilt. In einem befindet sich laut Reichel immer eine Nuss. Das Kind, das die Nuss im Päckchen hat, wird für ein Jahr zum Schutzpatron der Menschen im Ort und der Tiere des Waldes. Sogar ein eigenes Lied hat das Waldmännchen. Auf die Melodie von „Ein Plumpsack geht um“ singt man in Wichte: „Es läuft ein Wichter Wichtelmann in unser’m Dorf herum Fidibum. Man sieht ihn hier, man sieht ihn dort, er spricht mit jedem gern ein Wort.“ Die Vorbereitungen für den Waldmännchen-Tag hatten Katja, Groß, Ilse Kamper und Erwin Döhne übernommen. Glühwein und Würstchen sorgten bei einsetzendem Schneeregen für gute Stimmung, teilt Reichel weiter mit. (kam)

Quelle: HNA

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