Tödliche Schläge mit Kerzenständer: Frau muss über zehn Jahre hinter Gitter

Kassel/Guxhagen. Das Kasseler Landgericht ging noch über die Forderung der Anklagebehörde hinaus: Zu zehneinhalb Jahren Gefängnis verurteilte es die Frau, die im November 2010 ihren 83 Jahre alten Großonkel in Guxhagen mit einem Kerzenständer erschlagen hatte.

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Die Staatsanwaltschaft hatte nur neun Jahre gefordert. Die 61-jährige Zierenbergerin habe „mit absolutem Vernichtungswillen“ auf den wehrlosen, blutenden und sterbenden Pensionär eingeschlagen, sagte der Vorsitzende der Schwurgerichtskammer, Volker Mütze, bei der Urteilsverkündung am Mittwoch.

Auslöser für die tödliche Auseinandersetzung sei offenbar ein Streit um Geld gewesen. Die alkoholabhängige Frau hatte das gemeinsam mit ihrem Großonkel genutzte Konto so weit ins Minus getrieben, dass es schließlich sogar gesperrt worden war. „Finanziell war sie am Ende“, sagte Mütze. „Sie hat fast alle, die sie kannte, um Geld angebettelt - von der besten Freundin bis zum Hausarzt.“

Eine Notwehrsituation, wie sie die Verteidigung geltend gemacht hatte, schloss das Gericht ebenso aus wie eine eingeschränkte Schuldfähigkeit aufgrund von Alkohol oder Tabletten. Während sich die Staatsanwaltschaft mit dem Urteilsspruch zufrieden zeigte, kündigten die Anwälte der 61-Jährigen Revision an. (jft)

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Quelle: HNA

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