Imposante Technik

Besonderes Material in Töpferei von Lothar Spohr

Kunst: Diese Skultpuren hat auch Lothar Spohr geschaffen. Zudem malt er auch.

Altenhasungen. Es ist imposant, Lothar Spohr auf die Hände zu schauen, wenn er an seiner Töpferscheibe aus einem Klumpen Ton einen Krug töpfert.

Seine Fingerfertigkeit beeindruckt, das Material scheint sich unter seinen Händen respektvoll wie von selbst zu formen. „Das macht aber auch die Routine", sagt der Keramiker und lacht. Das Besondere an dem Material ist die spezielle EM-Keramik. EM steht für Effektive Mikroorganismen.

Der Meister am Werk: Lothar Spohr bearbeitet diesen Klumpen zu einem wunderschönen Krug.

Und die bewirken, dass zum Beispiel Wasser in einem solchen Gefäß wie frisches Quellwasser schmeckt, weil durch die Organismen die Informationen des Wassers quasi weggefiltert werden. „Das klingt wie Hokuspokus“, sagt Spohr und grinst. Das Konzept über den Einsatz effektiver Mikroorganismen wurde von Teruo Higa, japanischer Professor für Gartenbau, bekannt gemacht.

Aus seiner jahrelangen Erfahrung weiß Lothar Spohr, dass sich Lebensmittel in diesen EM-Keramik-Gefäßen länger halten. Über zwei Jahre hat er anfangs mit dem Material Versuche gemacht, um das Optimum zu erreichen. Der Ton wird vor der Verarbeitung zwei Monate gelagert und fermentiert.

Aussterbendes Handwerk

Lothar Spohr hat in Kassel Kunst studiert mit Schwerpunkt Keramik. Im Anschluss hat er seinen Master gemacht und ist dann in die handwerkliche Produktion gegangen. „Das ist ein aussterbendes Handwerk“, sagte er. Schade eigentlich, wenn man sieht, was er am Ende eines einzige Tages so alles geschaffen hat. Und das reicht von der Tasse bis zum Teller, Krügen in vielen verschiedenen Formen und sogar tolle Trinknäpfe für Hund und Katze.

Wenn er die Masse in Form gebracht hat, muss alles erst trocknen. In der Zwischenzeit bearbeitet Spohr die Arbeiten vom Vortag. Denn Henkel können erst nach einer gewissen Trockenzeit an Krüge und Tassen angebracht werden. Dann werden die Keramiksachen bei 1000 Grad gebrannt. Danach erhalten sie eine Glasur, die später bei 1270 Grad angeschmolzen wird. Fertig ist das Produkt. Fünf Tonnen Keramik verarbeitet Spohr jährlich.

Früher habe er auch Töpferkurse angeboten. Doch das würde er bei seinem täglichen Pensum nun gar nicht mehr schaffen.

Seine Keramikwerke werden in Kassel im Tee- und Gewürzkontor in der Nähe des Bebelplatzes angeboten. Zu Hause in dem ursprünglichen Verkaufsladen hat er jetzt Kunstobjekte gelagert. Zum Beispiel Gemälde und Skulpturen.

Mit zwei seiner Werke war er bei der Dorf-eigen-Art dabei. Spohr ist aktiv beim Wolfhager Kulturverein. Und der wird am Freitag die 23. Kunstausstellung in der Kulturhalle Wolfhagen eröffnen. Dort präsentieren 22 Künstler „Dunkelheit - Dunkle Seiten“.

Quelle: HNA

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