Grüne wollen vegetarischen Tag in Schulmensen und in der Kreiskantine einführen

Tofu-Streit im Kreistag

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Dagegen: Wiebke Reich (FDP) – hier bei einem Metzgereibesuch in Zella – sprach sich deutlich gegen einen vorgeschriebenen vegetarischen Tag aus. Die Menschen sollten selbst entscheiden.

Schwalm-Eder. Tofu-Schnitzel statt Schweinefleisch: Einen vegetarischen Tag an den Schulen des Landkreises und in der Kantine des Kreishauses fordern die Grünen.

Grund dafür: Auch bei der Ernährung könne man auf die CO2-Bilanz achten – insbesondere bei Fleisch und Geflügel, für dessen Produktion viel Energie verbraucht werde. Das betonte Marcel Breidenstein (Grüne) während der Kreistagssitzung.

Ein hoher Fleischkonsum habe deutliche Auswirkungen auf das Klima. „Zudem wird der Eingriff auf die Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten minimiert, der mittelbar mit der Fleischproduktion infolge des Rodens der Regenwälder in Asien und Südamerika einhergeht.“ Man müsse global denken und lokal handeln. Mit einem fleischfreien Tag in den Schulen des Landkreises und den eigenen Kantinen könne man einen notwendigen Akzent für eine nachhaltiges und umweltgerechtes Verbraucherverhalten setzen. „Wir wollen das Fleischessen nicht verteufeln und auch nicht verbieten“, so Breidenstein.

Dennoch sorgte die Forderung für einen Tofu-Streit im Kreistag: Von einem vegetarischen Zwangstag sprach Wiebke Reich (FDP) und stellte klar, dass sie leidenschaftlich gern Fleisch isst, besonders die Ahle Wurst. „Es sind Kinder betroffen, die sich nicht wehren können“, sagte sie und betonte, dass die Menschen selbst entscheiden sollten. Andernfalls müsse man auch noch einen Fleisch-Tag für alle einführen. Schließlich sei es nicht immer gesagt, „dass vegetarische Soßenpampe besser ist, als Fleisch.“ Die Grünen sollten besser auf Aufklärung statt auf Vorschriften und Verbote setzen.

Auch die CDU sprach sich gegen den Antrag der Grünen aus. „An Schulen gibt es nicht viel Fleisch zu essen und wir sollten nicht reglementierend eingreifen“, sagte Heinrich Hesse. Jeder – egal ob Schüler, Lehrer oder Mitarbeiter im Kreishaus – müsse selbst entscheiden können, was auf den Teller kommt. „Verbieten wir es, dann bringen sich die Schüler Chips und Cola mit“, so Hesse. Außerdem könne man dem Pächter einer Kantine schwerlich vorschreiben, was er auf den Speiseplan nimmt.

Zwar sei fleischloses Essen günstiger, doch hat Rüdiger Staffel (FWG) die Befürchtung, dass ein Mangel für Heißhunger sorgen könne und dann tatsächlich mehr Fleisch gegessen werde.

Günther Rudolph (SPD) forderte eine sachliche und ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Ernährungspolitik sei eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.

Mit den Stimmen von SPD und Grünen wurde der Antrag in den Schulausschuss verwiesen. Dort soll nun darüber beraten werden.

Quelle: HNA

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