In der Sommerwerkstatt in Michelsberg treffen sich in dieser Woche Künstler aus ganz Deutschland

Tonkneter und Maler im Dorf

In freundlicher Arbeitsatmosphäre: Juliane Krings nimmt zum ersten Mal an der Sommerwerkstatt in Michelsberg teil. Foto: Diehl

MICHELSBERG. Zum 23. Mal treffen sich Freizeitkünstler zur Sommerwerkstatt in Michelsberg. Delia Henss hat in dieser Woch in ihrem Kunsthaus Tür und Tore geöffnet und bietet 45 Teilnehmern Raum, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen - so vielen wie noch nie. „Schein und Sein“ lautet das Thema. Ein Werkstattbesuch.

„Es ist schwierig, aber es ist deshalb gerade so schön“, sagt Juliane Krings, während sie mit dem Pinsel die Leinwand vor sich bearbeitet. Diese Art des Malens ist für sie neu und faszinierend zugleich. Ihre Mutter Barbara nimmt seit Jahren an der Sommerwerkstatt teil, „und ich musste es jetzt selbst mal ausprobieren“, so die 26-Jährige, die in Marburg Medizin studiert. Es herrscht eine freundliche, konzentrierte Arbeitsatmosphäre im alten Tanzsaal des ehemaligen Gasthauses Zur Landsburg, vertraut und persönlich zugleich.

Drei Workshops

Für eine Woche ist das Atelier, ist das ganze Haus, drinnen und draußen mit Menschen gefüllt, die eigene Kunstwerke entstehen lassen - die meisten von ihnen sind aus der Region, einige sind aber auch aus Berlin, Essen oder München angereist. Gemeinsam mit Gabriele Boulanger aus Berlin leitet Delia Henss die Malwerkstatt , eine von drei Workshops der Sommerakademie. Dabei setzt jeder der zumeist weiblichen Teilnehmer das Thema „Schein und Sein“ auf ganz individuelle Weise um: Für Astrid Schlemmer aus Seigertshausen sind es im Wasser schwimmende Körper, die sie in ihrem ganz in Blautönen gehaltenen Bild zu einem Kunstwerk werden lässt.

Erst zum zweiten Mal angeboten, aber diesmal der größte Workshop, ist neben dem Holzbildhauerkurs mit Christine Ermer im Dorfgemeinschaftshaus die Tonwerkstatt im Garten und im Lager des ehemaligen Dorfladens im angrenzenden Haus Bräutigam. Unter der Leitung von Claire Tourolle, die aus Montpellier nach Michelsberg angereist ist, entstehen hier Skulpturen aus aus Ton. „Dieser Ton ist etwas ganz Besonderes“ , so die Kursleiterin.

Tongrube vor Ort

Von guter Qualität, gereinigt und vor allem: von den Teilnehmern selbst geholt, mit Spaten und Eimern aus der Tongrube im Michelsberger Wald. Damit werde eine jahrhundertealte Tradition im ehemaligen Töpferdorf Michelsberg wiederbelebt, sagt Delia Henss.

Informationen: info@kunsthaus-michelsberg.de

Von Kerstin Diehl

Quelle: HNA

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