Einblick in die Unterwelt

Tonnenschwere Betonbauteile für den Abfluss des Liemeckebaches in Wolfhagen eingesetzt

+
Mannshoch: In der Röhre bereiten die Arbeiter das Ansetzen des Bauteils vor. Der Liemeckebach wird während der Arbeiten über eine Parallelleitung an der Baustelle vorbeigepumpt.

Wolfhagen. Die nächste der acht Tonnen schweren Betonröhren schwebt in die Baugrube an der Wolfhager Liemecke. Karl-Heinz Koch, Bauleiter der Bad Arolser Firma Jordan, weist per Funkgerät den Mann am Steuerpult des bärenstarken Schwerlastkranes ein.

Zentimetergenau wird das Bauteil abgesetzt, um von den Tiefbauarbeitern mit der Leitung verbunden zu werden, durch die in Kürze wieder das Wasser des Liemeckebaches fließen wird.

Lange tat sich hier nichts an der Stelle, an dem das alte, marode Einlaufbauwerk für den Liemeckebach auf Ersatz wartete. „Aufgrund der Komplexität der Maßnahme hat es gedauert“, sagt Stefan Gerhold vom städtischen Amt für Umwelt und Tiefbau. „Das ist eine Arbeit an einem Gewässer“, erklärt er, da galt es, einiges abzustimmen. Erschwerend sei dazugekommen, dass es so gut wie keine Unterlagen aus der Bauzeit zu Anfang der 1970er-Jahre gebe.

Dafür geht es jetzt umso schneller. Am Mittwoch setzen die Arbeiter nicht nur vier wuchtige Betonröhren mit einem Durchmesser von 1,80 Meter in die Baugrube, sondern auch das eigentliche Einlaufbauwerk, bestehend aus zwei 35 Tonnen schweren Stahlbetonhälften, die, zu einem wuchtigen Würfel zusammengesetzt und an die Rohrleitung angeschlossen, die Eintrittspforte für den Liemeckebach in die Wolfhager Unterwelt sind.

Wenn das Bächlein infolge von Starkregen Schlamm und Geröll mit sich führt, setzt sich diese Fracht hier ab, das Wasser geht allein auf die Reise durch die rund 800 Meter lange Leitung, die im Erdreich unter der Karlsbrücke hindurch, vorbei an der Tegut-Kreuzung bis zum Mühlenwasser im Bereich der Bruchwiesen führt. Unterwegs mischt sich das Liemeckewasser mit abfließenden Niederschlägen aus dem Bereich Ofenbergstraße und Schützeberger Straße, erklärt Stefan Müller vom Ingenieurbüro Müller. Diese Umleitung des Baches wurde im Zuge des Baus der Ortsumgehung, der neuen B 450, eingerichtet.

Laut Planung, so Stefan Gerhold von der Stadtverwaltung, werden die Gesamtkosten für das Einlaufbauwerk bei rund 139 000 Euro liegen. Wenn alles weiter glatt läuft, vor allem das Wetter mitspielt, werden die Arbeiten in zwei Wochen abgeschlossen sein. Die Baugrube gilt es, in den nächsten Tagen noch aufzufüllen, dann sind die Geländerbauer gefragt. Sie werden auch ein Schwerlastgitter als Abdeckung der Öffnung installieren, durch die künftig die Ablagerungen ausgehoben werden können und einen Rechen am Einlauf. Dann wird nochmal ein Kran benötigt, allerdings einige Nummern kleiner als das Kraftpaket vom Mittwoch.

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare