Tierschutzbund spricht von Töten ohne vernünftigen Grund

Tote Bären: Tierschützer zeigen Wildpark Knüll an

Homberg. Der Deutsche Tierschutzbund erstattet Strafanzeige gegen den Wildpark Knüll, das teilte jetzt Marius Tünte, Sprecher des Tierschutzbundes mit. Man werfe dem Wildpark das Töten von zwei kleinen Braunbären ohne vernünftigen Grund vor.

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Und das sei laut Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes eine Straftat.Die Strafanzeige solle für Klarheit sorgen, so Tünte. Denn man habe nach Prüfung der Geschehnisse rund um den Braunbär-Nachwuchs im Wildpark den Verdacht, dass dort gegen das Gesetz verstoßen habe.

„Transparenz und Aufklärung sind dringend nötig“, betont Tünte. „Eine Strafanzeige kann jeder stellen“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker. Er sei vielmehr überrascht und entsetzt über das Vorgehen des Tierschutzbundes. „Er hat sich nicht mit uns in Verbindung gesetzt. Hat sich nicht mit der Wildparkleitung oder den Tierärzten unterhalten“, sagt Becker. Er betont, dass er und die Betriebskommission des Eigenbetriebs die Arbeit der Wildpark-Mitarbeiter ausgesprochen hoch schätze und man insbesondere der Leitung voll vertraue. Ihr Handeln stelle man nicht in Frage.

Archiv-Fotos des Bären-Trios aus dem Wildpark

Erste Fotos von den Jungbären im Wildpark Knüll

Indes ist genau das für den Deutschen Tierschutzbund nicht nachvollziehbar. „Man hätte versuchen müssen, die Bären mit der Hand aufzuziehen. Man hätte alles dafür tun müssen, die Tiere zu retten.“ Stattdessen habe man den „ganz klaren Verdacht, dass vorschnell gehandelt wurde“.

Die Hessische Tierschutzbeauftragte Dr. Madeleine Martin erwägt indes auch eine Strafanzeige gegen den Wildpark Knüll. Doch mache sie ihre Entscheidung von den Antworten auf einen Fragenkatalog abhängig, den sie der Wildparkleitung geschickt habe. „Ich erwarte absolute Transparenz“, sagt Martin.

Winfried Becker hat indes sowohl den Leiter des Tierschutzbundes sowie die Tierschutzbeauftragte in den Wildpark eingeladen.

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Quelle: HNA

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