Mysteriöser Todesfall in Wolfhagen aufgeklärt: Es war kein Mord

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BU: Sie haben den Fall aufgeklärt: Die Spezialisten der Spurensicherung vom Erkennungsdienst haben nach umfangreichen Ermittlungen herausgefunden, dass sich der 63-jährige Peter Stephan G. selbst in seiner Wohnung getötet hat.

Wolfhagen. Die Ermittlungen sind abgeschlossen. Die Umstände, die zum Tod von Peter Stephan G. aus Wolfhagen geführt haben sind geklärt: Der 63-Jährige hat sich mit einem Küchenmesser selbst die tödlichen Stichverletzungen im Bauchbereich zugefügt und ist daran gestorben.

Das hat die Kripo Kassel am Donnerstag bekanntgegeben. Darin sind sich die Ermittler von Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichtsmedizin und der Hessischen Landeskriminalamtes nach der Auswertung der umfangreichen Untersuchungsergebnisse jetzt sicher.

Der alleinlebende Wolfhager war tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Nachbarn hatten die Polizei alarmiert, weil sie Peter Stephan G. länger nicht gesehen und sich Sorgen gemacht hatten.

Erste Obduktionsergebnisse hatten bereits ergeben, dass der 63-Jährige durch mehrere Messerstiche ums Leben kam. Die Beamten der Spurensicherung hatten zudem ein blutiges Messer in der Wohnung des Verstorbenen sichergestellt. Daher sind die Ermittler der für diesen Fall eingerichteten Mordkommission „Ofenberg“ zunächst von einem Tötungsdelikt ausgegangen.

Aufgrund des weit fortgeschrittenen Verwesungsstadiums der Leiche gingen die Beamten davon aus, dass der 63-Jährige bereits zwei bis drei Wochen tot in seiner Wohnung lag. Mithilfe der gerichtsmedizinischen Ergebnisse und histologischen Befunden konnte der Todeszeitpunkt nun genauer bestimmt werden. „Der Wolfhager dürfte bereits Anfang März gestorben sein“, sagt der Erste Kriminalhauptkomissar Fred Lenhoff, der die Mordkommission im Polizeipräsidium leitete.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Peter Stephan G. sich am Wochenende vom 9. bis zum 11. März getötet hat. Die Nachbarn waren vom Tod des 63-Jährigen schockiert. Der 23-jährige Leo Jahaj wohnte mit seinen Eltern Tür an Tür mit dem Verstorbenen und hatte am Ostermontag die Polizei gerufen. Er hatte damals das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, bevor die Polizeibeamten den Leichnam in der Wohnung fanden.

Auch diesmal hat den 23-Jährigen sein Gefühl nicht getäuscht: Peter Stephan G. hatte also keine Feinde. Das konnte sich Leo Jahaj im Gespräch mit der HNA auch nicht vorstellen. Er hatte sich ab und zu um den 63-jährigen, alleinlebenden Diplomingenieur gekümmert, weil er wusste, dass er sehr einsam war.

Peter Stephan G., der zuvor in Ostdeutschland gelebt hat, hatte in der vergangenen Zeit keinen Kontakt mehr zu seiner Familie. Er habe immer wieder Alkohol getrunken. Es sei zunehmend ruhiger um den 63-Jährigen geworden. So ruhig, dass zunächst keiner etwas von seinem Selbstmord mitbekommen hatte.

Aus dem Archiv: Bilder vom Tatort

Mann lag über Wochen tot in der Wohnung

Quelle: HNA

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