Nelkenstraße 15: Förster Frank Ohlwein stellt Naturschutzinsel im Wald vor

Im Totholz pulsiert Leben

Todeskandidat: Die alte Buche ist ein so genannter Habitatbaum, ein Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Förster Frank Ohlwein ist für die Abteilung 15 des Waldes bei Ippinghausen zuständig, wo eine Fläche aus der Bewirtschaftung heraus genommen wurde. Foto: Ricken

Ippinghausen. Der alte Baum ist ein Todeskandidat. Die Pilze haben ihm stark zugesetzt und oben am Stamm wuchert der Krebs. Bis der 200-jährige Riese jedoch stirbt, sorgt er für pralles Leben. „Die Buche ist Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen“, sagt Förster Frank Ohlwein.

Der Ippinghäuser hat gleich zweimal mit der Nummer 15 zu tun. Er wohnt in der Nelkenstraße 15 und ist unter anderem für die Abteilung 15 im Wald zuständig. Hier ist eine 1,4 Hektar große Fläche am Rabenkopf weitgehend aus der Bewirtschaftung heraus genommen, eine so genannte Kernfläche des Naturschutzes.

Auf dem 1,4

Hektar gro ßem Areal wach- sen neben der betagten Buche noch viele weitere alte und relativ dicke Buchen aber auch gut gewachsene jüngere Bäume. Die kommen ebenfalls um die Säge herum. „Was uns nicht ganz leicht fällt“, sagt Frank Ohlwein, da gutes Holz ein begehrter und knapper Rohstoff sei. Dennoch habe man sich bei Hessenforst bewusst für ein Engagement pro Naturschutz entschieden.

Netz von Inseln

In den Wäldern ist ein Netz von Naturinseln entstanden, auf denen inzwischen auch viele seltene Tier- und Pflanzenarten heimisch geworden sind. Zum Beispiel der Schwarzstorch, der vermehrt wieder gesichtet wurde oder die Wildkatze, die der Förster regelmäßig im Revier beobachtet.

Ganz wichtig seien die Inseln aber auch für Arten ohne große Mobilität, wie Käfer und Pilze.

Ein stärkerer Sturm oder aber auch das brüchiger werdende Holz wird dafür sorgen, das die alte Buche am Rabenkopf irgendwann in den kommenden Jahren zerfällt. Und selbst dann noch, wird das Totholz neues Leben hervorbringen.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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