Tour zu den Problemen: Dr. Eibe Hinrichs will Hombergs Bürgermeister werden

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Unterwegs: Dr. Eibe Hinrichs bei seiner Fahrt zu den Problemen der Stadt.

Homberg. Er will ein Kümmerer sein: „Mich schreiben die Menschen an und erzählen mir ihre Probleme. Ich schaue mir alles an", sagt Dr. Hinrichs, der in Homberg Bürgermeister werden will. „Walking around", nennt er das. Sollte es mit der Wahl klappen, dann werde er das als Chef auch so machen - so die Zeit dazu bleibe.

Viele fühlten sich vom Bürgermeister und der Stadtverwaltung nicht ernst genommen. Den Termin mit unserer Zeitung will er nutzen, um auf einige der Brennpunkte aufmerksam zu machen, sagt er. Los geht die Fahrt im grünen Mini.

Erste Station ist die Schutzhütte oberhalb des ehemaligen Krankenhauses. „Hier finden Partys statt und hier wird Müll entsorgt, indem er einfach den Berg hinunter geworfen wird“, sagt Dr. Hinrichs. „Das ist doch unsere Stadt“, sagt er, während er auf einen verkohlten Baum zeigt, um den herum verbrannte Holzreste liegen. „Hier hat jemand Möbel verbrannt.“

Er habe den Eindruck, dass die Stadtverwaltung resigniert habe. Die Polizei müsste häufiger Streife fahren und regulierend eingreifen, fordert Hinrichs.

Weiter geht die Tour. Nächstes Ziel: das ehemalige Krankenhaus. Während der Fahrt spricht Dr. Hinrichs davon, dass Homberg touristisch nicht gut aufgestellt sei.

Dann steigt er am Krankenhaus aus dem Wagen. „Hier gab es 2003 den modernsten Operationssaal Hessens.“ Geld sei verschleudert worden. „Jetzt lässt Asklepios nicht mal mehr den Rasenmäher über das Gelände fahren“, sagt Dr. Hinrichs, der einst ein Asklepios-Geschäftsführer war. Die Stadt müsse das Krankenhaus unbedingt kaufen. „Sonst wird es verfallen.“

Für einen Euro will der Krankenhauskonzern der Stadt das einstige Krankenhaus verkaufen. Große Folge- oder Zusatzkosten sieht Dr. Hinrichs nicht. Auch nicht, dass in Melsungen ein neues Krankenhaus gebaut wird. „Wenn es nicht gebaut wird, dann könnte die psychiatrische Institutsambulanz hier einziehen.“ Auch ein Pflegedienst habe Interesse. „Ich glaube nicht, dass das Haus lange leer stehen würde.“ Es gebe auch gute Möglichkeiten über öffentlich-private Partnerschaften, sagt er. „Ich traue mir das zu“, sagt Hinrichs.

Nächste Station: Ärztehaus. Hier sieht Dr. Hinrichs gravierende planerische Mängel. „Zu wenig Parkplätze für Patienten und Krankenwagen und eine Huppelpiste vor der Tür.“ Über die Logistik sei nicht nachgedacht worden. Die Parkplatzsituation müsse dringend geändert werden - nicht nur dort.

Das sei ein Problem der Innenstadt, sagt er und fährt durch die Untergasse in die Wallstraße. Dabei spricht er über Leerstände und darüber, dass Eigentum verpflichte. Darüber, dass der Poller endgültig verschwinden müsse und dass das Klagen der Homberger Geschäftsleute ehrlich sei.

Kurzer Stopp am Archiv in der Bischofstraße. Das breche aus allen Nähten. Ein Regionalarchiv mit Dokumenten aus Homberg, Wabern und Co. wäre die Lösung und zwar in der einstigen Engel-Apotheke. Dort könne ein Kulturzentrum entstehen und in der Wallstraße Parkplätze, sagt er im Vorbeifahren.

„Von der Ampel bis zur Feuerwehr müsste man die Strecke komplett für den Verkehr sperren“, sagt er. Einen Busparkplatz sieht er auf dem Gelände des ehemaligen Ulrich-Autohauses. Doch bei der Straße sei der Kreis und bei dem Gelände die Eigentümer zuständig. Wirtschaftsförderung müsse eine Stabsstelle des Bürgermeisters sein.

Weiter geht‘s zu den ehemaligen Kasernen: Mittelständische Unternehmen und Hotels könnten sich dort ansiedeln. Ein Blick aufs Navigationsgerät, und die Fahrt geht in die Bahnhofstraße, der letzten Station. Hier macht er in der abknickenden Vorfahrtsstraße ein Verkehrsrisiko aus. Auch darauf habe ihn ein Homberger aufmerksam gemacht. Die Stadt habe nicht reagiert.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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