Übernachtungszahlen im Schwalm-Eder-Kreis sind leicht gestiegen

Touristiker setzen auf Boom bei Radfahrern

Schwalm-Eder. Die Touristikfachleute im Schwalm-Eder-Kreis setzen künftig auf starke Zuwächse bei den Radfahrern und Wanderern. Die Angebote in diesen zwei Bereichen sollen ausgebaut, die Übernachtungszahlen gesteigert werden.

Das sagt Hans-Georg Korell, Leiter der Wirtschaftsförderung. Das Interesse der Urlauber an der Grimm-Heimat Nordhessen ist bereits im vorigen Jahr weiter gewachsen: Der Landkreis verzeichnete 2010 insgesamt 215.000 Übernachtungen und damit ein leichtes Plus von 1,2 Prozent. Knapp 66.000 Gäste stiegen in den Beherbergungsbetrieben im Landkreis ab, im Schnitt blieben sie drei Tage. Diese Zahlen seien zwar ein positives Signal, aber noch längst nicht das Ende der touristischen Fahnenstange, sagt Korell: gerade Rad- und Wanderurlaube seien schwer im Kommen.

Von einem bald boomenden Radtourismus in der Region ist auch Bernd Dippel, Radwegeexperte beim Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Kassel, überzeugt. Laut Statistik des ASV sind auf dem Fuldaradweg (R1) bei Melsungen 600 Radler unterwegs: am Tag. Weit mehr als die Hälfte davon seien Touristen, die auch Übernachtungsmöglichkeiten an der Strecke benötigten. Diese Zahl könnte weiter steigen, wenn die Radwege weiter ausgebaut, die Region stärker beworben würde, sagt Dippel.

Das ist auch das Ziel der Touristischen Arbeitsgemeinschaften (TAG) wie der Erlebnisregion Edersee und dem Rotkäppchenland. In Ersterer haben sich neun, in Letzterem 17 Städte und Gemeinden zusammengeschlossen. Solche starken Verbände sollen das Profil der Region im hart umkämpften Tourismusmarkt verbessern und schärfen, sagt Rainer Geisel vom Kurhessischen Bergland. Auch der neue Wanderweg Ars Natura und der Ausbau des Bahnradweges Oberaula-Schwalmstadt sollen dazu beitragen.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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