Ein Chef zum Anfassen

Tradition und Innovation: Melsunger Unternehmen Faubel im Portrait

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Setzt auf Mitarbeiternähe und innovative Ideen: Geschäftsführer Reinhard Kuge, im Bild am Firmensitz in Melsungen, will Faubel mit neuen Produkten fit für die Zukunft machen.

Melsungen. Tradition und Innovation - die Firma Faubel in Melsungen verbindet beides. Der Etikettenhersteller ist Familienbetrieb und globales High-Tech-Unternehmen zugleich.

Das macht sich bereits bemerkbar, wenn man auf das Firmengelände fährt. Altes Fachwerk und moderner Neubau stehen nebeneinander und ergänzen sich. Und auch in den Produktionshallen sind neben modernen Druckmaschinen historische Original Heidelberger Stanzen im Einsatz.

Kerngeschäft von Faubel ist die pharmazeutische Industrie. Alle Kunden werden dem Unternehmen in diesem Jahr etwa einen Umsatz von 21 Millionen Euro bescheren. Faubel beliefert 240 Kunden weltweit mit 300 Millionen Etiketten jährlich. Dazu gehören Booklet-Etiketten, mehrlagige und einlagige Etiketten, Minibroschüren und Packungsbeilagen sowie Etiketten für den Bereich klinische Studien. Der Verkaufsschlager ist das Faubel-Compact-Label, ein Etikett, das auf bis zu 113 Seiten Platz für rechtliche Hinweise, Gebrauchsempfehlungen und Bilder in verschiedenen Sprachen bietet.

Ein voller Erfolg war auch die Entwicklung eines kindersicheren und seniorenfreundlichen Etiketts, das auf der Rückseite von Tablettenblistern angebracht wird. Es enthält sechs Barrierestufen, die für Kinder eine unüberwindbare Hürde darstellen, die Senioren aber problemlos meistern können. Für dieses Produkt wurde Faubel mit dem Titel Hessen Champions und von der Kampagne Deutschland Land der Ideen ausgezeichnet.

"Wir wollen weiter wachsen", sagt Kuge. Daher ruht Faubel sich nicht auf dem bisher Erreichten aus, sondern bricht auf zu neuen Ufern.

"Auf zwei Beinen steht man besser als auf einem", sagt der Geschäftsführer. Ab 2014 wird sich das Unternehmen breiter aufstellen und auch Produkte für Branchen wie Food & Beverage (Speisen & Getränke), Spielwaren, Kosmetik und den Promotionbereich anbieten. Dazu gehört beispielsweise ein mehrseitiges Etikett für Sekt- und Weinflaschen, auf dem Informationen zum Herkunftsland oder zu Menüvorschlägen Platz finden können.

Eine weitere Innovation sind Karten und Etiketten mit integriertem Saatgut, post seed genannt. Damit können Blumen-, Salat-, Gras- und Kräutersamen ansprechend verpackt und direkt am Kundenprodukt angebracht werden.

Die neueste Idee ist, die Vignette als Spezialetikett zu produzieren, sollte die Autobahnmaut in Deutschland eingeführt werden. "Zur Umsetzung machen wir uns derzeit Gedanken", berichtet Kuge.

Die Faubel-Mitarbeiter sind mit einer Million Euro an dem Betrieb beteiligt, die in Maschinen investiert wurde. Partizipieren würden die Mitarbeiter durch die sehr hohe Verzinsung ihrer Einlagen.

"Wir sind ein Familienunternehmen. Unsere Angestellten haben noch einen Chef zum Anfassen", erläutert Kuge. Seine Mitarbeiter seien nicht einfach nur eine Nummer. Daher seien sie auch motiviert und loyal. Dass seine Angestellten gerne zur Arbeit kommen, ist Kuge wichtig, denn: "Unser Erfolg sind unsere Mitarbeiter."

Von Nicole Schippers

Quelle: HNA

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