Brauchtumsfest fand am Sonntag zum ersten Mal am Fuße der Felsburg statt

Tradition lebendig halten

Bewahren altes Handwerk: Die Brauchtumsgruppe vom Burgverein Felsberg hält regionale Traditionen am Leben. Vorne von links Erika Gerhold, Doris Czech und Brigitte Schamberger zeigen Stickereiarbeiten und das Spinnrad. Foto:  M. Berger

Felsberg. Die spinnen, die Felsberger. Das könnte man, wenn es nach der Brauchtumsgruppe des Burgvereins ginge, tatsächlich behaupten. Denn dieses alte Handwerk hat es den Mitgliedern der Interessengemeinschaft angetan. Genau wie die anderen traditionellen Handarbeitstechniken, die am Sonntag zum Brauchtumsfest der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Das fand zum ersten Mal nicht auf, sondern am Fuß der Burg statt, und das hatte zwei Gründe: „Die neuen Toilettenanlagen sind besser erreichbar, außerdem müssen wir nicht alles fürs Fest die steilen Treppen hinauf tragen“, sagte Marlies Inauen von der Brauchtumsgruppe.

Blaudruck und Sticken

Das wäre in der Tat einiges gewesen, immerhin boten die Traditionsbewahrer am Sonntag die ganze Palette alter Handarbeitskunst auf: den dekorativen Blaudruck, mit dem im Stempelverfahren Textilien bedruckt werden, die Arbeit am Spinnrad, Stickereien und vieles mehr.

Edith Jansen aus Gensungen presste den Stempel mit voller Kraft auf ein Stück gesäumten Stoffs. „Blaudruck ist wunderschön. Deshalb stelle ich ein Deckchen für mich her, und eins geht als Geschenk nach Mecklenburg“, sagte Edith Jansen und suchte das nächste Motiv für ihr Tischdeckchen. Ganz besonders wichtig ist den Mitgliedern der Brauchtumsgruppe die stete Präsentation der Niederhessischen Spitzbetzeltracht, die nicht nur in Felsberg einst die Frauen kleidete. „Diese Tracht gab es im ganzen Chattenland, und es ist eine ganz besonders schöne Tracht, die es zu erhalten gilt“, sagte Marlies Inauen. Denn genau darum geht es der Gruppe schließlich - auch beim Brauchtumsfest: wertvolle Errungenschaften der Vergangenheit zu bewahren. (zbg)

Quelle: HNA

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