In Salmshausen wird Gemeinschaft groß geschrieben – Dorf mangelt es an Nachwuchs

Tradition und Moderne

Traditionsbewusst: Maria Elisabeth Pfalzgraf ist eine von zwei Frauen in Salmshausen, die noch Schwälmer Tracht tragen. Fotos: Schittelkopp

Salmshausen. In Salmshausen haben Besucher das Gefühl, ein paar Jahre in der Zeit zurückzuspringen. 72 Bewohner wohnen in dem Dorf, das zur Gemeinde Schrecksbach gehört. Die Dorfgemeinschaft wird hoch gehalten. Der größte Teil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Ein Geschäft gibt es nicht, dafür jede Menge Ruhe.

Im Dorf ist Maria Elisabeth Pfalzgraf eine von zwei älteren Frauen, die noch täglich die Schwälmer Tracht anziehen. „Ich trage nichts anderes“, sagt die Rentnerin. Die 95-Jährige ist die älteste Bewohnerin des Ortes.

Vier Generationen wohnen im Haus Pfalzgraf unter einem Dach. 1939 kam Maria Elisabeth Pfalzgraf nach Salmshausen, ihr Mann starb im Krieg. Mit ihren Töchtern bewirtschaftete die Rentnerin den Hof. Die 95-Jährige ist noch sehr rüstig: „Friede ernährt, Unfriede verzehrt“, lautet ihr Motto.

Im Gebäude nebenan, dem Eckerts Hof, wohnt Ortsvorsteher Bernhard Heinze mit seiner Frau Carroll. Der Landwirt steht seit einem Jahr dem Dorf vor. Zudem engagiert er sich in der Feuerwehr und in der Jagdgenossenschaft. Vor 30 Jahren kam der Landwirt in die Schwalm: „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt er.

Salmshausen kennt Heinze wie seine Westentasche, sowohl die guten als auch die schwierigen Seiten. „Das Zusammenleben funktioniert hier einwandfrei“, betont er. Einige Bewohner bräuchten zwar einen leichten Anstoß, wenn es darum ginge, Arbeiten für die Gemeinschaft auszuführen. So teeren die Männer des Dorfes gerade einen Feldweg.

Kommt es aber hart auf hart, stehen die Dorfbewohner zusammen. Wie bei dem großen Brand 2004, als die Scheune der Familie Heinze niederbrannte. Dort war die Feuerwehr, der einzige Verein des Dorfes, im Dauereinsatz.

„Wir kennen uns alle“, sagt der 61-Jährige. Ein Problem hat Salmshausen: der mangelnde Nachwuchs. So stellten die Feuerwehrmänner einen Antrag, das Dienstalter von 60 auf 65 Jahre anheben zu können. Ein bisschen Leben kam ins Dorf als im Gerätehaus noch die Abiturfeiern stattfanden. Doch das ist drei Jahre her. Seitdem ist es ruhig geworden in Salmshausen. Das soll sich kommendes Jahr ändern, denn feiert das Dorf sein 750-jähriges Bestehen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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