Tradition und Moderne verbunden

Kloster Haydau und sanierter Bahnhof: 4000 Besucher beim Tag der offenen Tür

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Jede Menge Aktionen gab es beim Tag der offenen Tür im Kloster Haydau und dem Seminarzentrum B. Braun: Von links oben im Uhrzeigersinn eine Feuerwehrübung am sanierten Bahnhofsgebäude, Kistenstapeln in luftiger Höhe, das Hotel und sein Eingangsbereich und Besucher vor der Klosterkulisse.

Morschen. So viele Besucher und so viele Genesungswünsche hat Herbert Rot noch nie erlebt. Rot, Jahrgang 1969 und eine Puppe, liegt schwer krank auf der Intensivstation: Mit welch modernem medizinischem Gerät der B. Braun Melsungen AG Menschen heute gerettet werden, das wurde am Sonntag im Bahnhof Altmorschen demonstriert.

Dort entstand ein Schulungszentrum für medizinische Fachkräfte. Für alle, die mit dem Gerät zum Leben retten umgehen. Die moderne Intensivstation bietet die bestmögliche Ausbildung für Braun-Fachkräfte. „Dem vom Verfall bedrohten Bahnhof hätte nichts Besseres passieren können“, sagten Besucher.

Schmuckstück

Als er vor drei Jahren mit dem Eigentümer, Professor Dr. Ludwig Georg Braun, erstmals zusammengesessen habe, habe man gar nicht so recht gewusst, was aus dem Bahnhof werden solle, verriet der Mörscher Architekt Ulf Möller. Dass daraus ein „herrliches Schmuckstück” (Bürgermeister Herbert Wohlgemuth) geworden ist, begeistert auch Möller: „Es ist grandios. Das schönste Geschenk, das ich als ehemaliger Fahrschüler meiner Heimatgemeinde zurückgeben durfte.”

Über 20 Handwerksfirmen aus der Region arbeiteten am Bahnhof. Sie alle spendeten die Schilder mit der Aufschrift Altmorschen – der Original-Schriftzug der Deutschen Reichsbahn stammt aus dem Jahr 1900.

In Zusammenarbeit mit dem neuen Schulungszentrum demonstrierte die Feuerwehr Altmorschen, wie viel Umsicht und Kraft nötig sind, um zwei in einem Autowrack eingeklemmte Personen zu retten. Zwei Übungen am Bahnhof waren ein Teil des Programms, das beim Publikum sehr gut ankam. Der Bahnhof hält übrigens auch die Henschel-Loks in Ehren, die einst hier vorbeifuhren. Gezeigt werden Original-Zeichnungen für den Lokbau aus dem 18. Jahrhundert.

Bilder vom Tag der offenen Tür

Tag der offenen Tür im Kloster Haydau

Alte Mauern – modern interpretiert. Unter diesem Motto wurden Bahnhof, Tagungs- und Seminarzentrum vorgestellt. Zahlreiche Vereine und Verbände gestalteten das Programm. Am Ende freute man sich über 4000 Besucher. „Wir freuen uns, dass das Angebot so gut angenommen wurde und die Mörscher das as so gut unterstützt haben”, sagte Mechthild Claes von der B. Braun-Unternehmenskommunikation.

Die Anlage und die 37 Millionen Euro, die Braun investiert hat, wurden in Gesprächen mit Bernd Kaiser als ein Gewinn für Morschen gewürdigt. „Das ist wie fünf Sechser im Lotto”, meinten Besucher.

„70 neue werden es”, sagte Gerhard Schmidt zur Zahl der Arbeitsplätze in Haydau. Schmidt ist Geschäftsführer Finanzen der Compass-Group, die das Hotel betreibt. 35.000 Übernachtungen jährlich erhofft man sich. In der Region habe das Unternehmen jetzt 150 Mitarbeiter, von weltweit 15.000.

Hotelbau begeistert

Den Entwurf für den Hotelbau habe er nicht unbedingt als Sieger gesehen, sagte Bürgermeister Herbert Wohlgemuth. Heute aber sei er sehr froh: „Als Stück für Stück Betongrau höher wuchs, bekam ich enorme Angst vor der Kritik der Bevölkerung, die erst mit der beginnenden Fassadenverkleidung wich und mittlerweile durch vollkommene Begeisterung verdrängt wurde.” Der Hotelbau lasse den Zisterzienserinnenkloster noch Luft, stelle die Klosteranlage erst richtig heraus.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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