Angehörige sprachen über eine Video-Live-Schaltung mit Soldaten in Afghanistan

Tränen rollten am Telefon

Vater gegen Sohn: Wer trifft mit dem Bogen besser? Hans-Jürgen M. (Bildmitte) probierte mit Sohn Domenik (links) das Bogenschießen. Fotos: privat

Schwarzenborn. In der Kulturhalle Schwarzenborn stand wieder eine Familienbetreuungsveranstaltung für Angehörige von Soldaten des Jägerregiments 1 auf dem Programm. Über 430 Besucher waren gekommen, um sich über den laufenden Afghanistaneinsatz zu informieren.

Oberstleutnant Willi Dechert, der zur Zeit mit der Regimentsführung beauftragt ist, begrüßte die Gäste. Höhepunkt der Veranstaltung war eine Video-Live-Schaltung aus dem Einsatz in Afghanistan. Ein Pendelbus zur Knüll-Kaserne wurde für 65 Familien eingerichtet, die sich mit ihren Soldaten im Einsatz via Notebook und Kopfhörer live sehen und unterhalten wollten.

Mit dabei war auch Natascha (22), die sich mit ihrem Mann Julian (21) austauschen wollte.

Mit Kribbeln im Bauch

„Ich bin sehr aufgeregt, habe Kribbeln im Bauch“ sagte Natascha kurz vor der Live-Schaltung. Ihr Mann sei seit über vier Monaten in Afghanistan und „es ist schon was ganz Besonderes, ihn zu sehen“.

Dann kam der Aufruf und Natascha durfte in eine von drei Kabinen gehen. Die zehnminütige Unterhaltung hinterließ ihre Spuren. Tränen kullerten, „aber mehr aus Freude“, sagte sie. „Er sieht super aus und ihm geht es auch gut. Julian ist braun gebrannt und etwas schlanker geworden. Er hat mir ein gutes Gefühl gegeben“, berichtete Natascha weiter. Voraussichtlich im August darf sie ihren Ehemann wieder in die Arme schließen. Es waren sehr emotionale Momente an diesem Sonntag in Schwarzenborn. Viele lachende und vor Freude strahlende Gesichter konnte man nach der Live-Schaltung erleben.

In der Kulturhalle informierte Stabsfeldwebel Karsten Brockhaus, Leiter der Familienbetreuungsstelle, zur aktuellen Lage im Einsatzland.

Auf einer Bogenschießanlage und einem Wasserspielplatz auf dem gegenüber liegendem Sportplatz konnte man seine Zielgenauigkeit unter Beweis stellen.

Die jüngsten Besucher spielten in einem großen Zelt vor der Halle, betreut von Mitarbeitern des Kindergartens Oberaula/Hausen.

Anm.d.Red.: Aus Fürsorgegründen gegenüber den Soldaten im Einsatz werden die Nachnamen der Angehörigen nicht genannt.

Quelle: HNA

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