Stromleitungsbauer Tennet bereitet Linienführung für 380-kV-Leitung vor

Trasse in der Feinplanung

Kreisteil Melsungen. Der Stromleitungsbauer Tennet bereitet für den Kreisteil Melsungen zurzeit den exakten Verlauf der geplanten 380-kV-Leitung vor. Dabei geht es um die Linienführung der Höchstspannungsleitung in einem bereits festgelegten Trassenkorridor. Nur in Guxhagen sind weitergehende Änderungen ins Auge gefasst.

In der Fuldagemeinde sollen in den Ortsteilen Wollrode und Albshausen die Masten für die 380-kV-Leitung möglichst nach Osten auf die Grenze des Trassenkorridors verschoben werden. Nordöstlich von Wollrode und südöstlich von Albshausen in Höhe der ICE-Strecke soll der Korridor nach Angaben der Tennet sogar verlassen werden (siehe Grafik). Damit wäre ein größerer Abstand zwischen Stromleitung und Bebauung möglich als bislang geplant.

„Alles in den Gesprächen ist gut gelaufen.“

Bernd Kördel

„Alles in den Gesprächen ist gut gelaufen“, erklärte Bernd Kördel, der sowohl für die Gemeinde Guxhagen als auch für die Bürgerinitiative „Keine 380-kV-Freileitung Schwalm-Eder“ bei etlichen Gesprächen zwischen der Tennet und den Anliegerkommunen dabei war. Nahezu überall im Kreisteil liege die Leitung voraussichtlich mindestens 100 Meter über dem vorgeschriebenen Mindestabstand von 400 Metern zur Bebauung. Die Gesprächsergebnisse müssten nun allerdings von den Behörden, Gemeinden und anderen Beteiligten wie Hessen-Forst akzeptiert werden, erklärte Bernd Kördel. Auch die Tennet verwies auf Grenzen ihres Handelns. „Das liegt nicht allein in unserer Hand“, sagte Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht beispielsweise zu folgendem Wunsch der Anliegerkommunen: Von Guxhagen bis Morschen wünschen sich die Städte und Gemeinden nach eigenen Angaben möglichst ein Aufhängen der Höchstspannungsleitung auf bestehende Strommasten. Doch weder die Deutsche Bahn noch die Eon Mitte müssen ihr Leitungsnetz dafür zwingend zur Verfügung stellen, erklärte Markus Lieberknecht.

In den Abstimmungsgesprächen haben die Anliegergemeinden gegenüber der Tennet ihre Bedenken und Anregungen zum Trassenverlauf vorgetragen, hieß es in den Rathäusern. So sei es beispielsweise um Naturschutzgebiete, schützenswerte Infrastruktur und Vorranggebiete für Windkraft gegangen, hieß es im Melsunger Rathaus.

Waldkindergärten

Kritische Punkte sind nach wie vor die Waldkindergärten. So liegt der Körler Waldkinder im Mülmischtal nach Angaben von Bürgermeister Mario Gerhold im geplanten Trassenkorridor. Sollte die 380-kV-Leitung bei Wollrode und Albshausen allerdings nach Osten verschwenkt werden, verliefe sie auch in Körle abseits vom Waldkindergarten. Dichter an der Leitung läge in diesem Fall allerdings der Waldkindergarten bei Albshausen, machte die Bürgerinitiative „Keine 380-kV-Freileitung Schwalm-Eder“ auf ein neues Problem aufmerksam, das es zu lösen gelte. (lgr)

Quelle: HNA

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