Die meisten Taten 2013 und 2014

Autos an Friedhöfen aufgebrochen: Über drei Jahre Haft für 51-Jährigen

Fritzlar. Ein 51-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis ist vom Amtsgericht Fritzlar zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.

Vornehmlich auf Parkplätzen von Friedhöfen hatte er Autoscheiben eingeschlagen und die offen auf den Sitzen liegenden Handtaschen und Geldbörsen entwendet.

Die Höhe der Strafe ist auch darin begründet, dass der Mann während einer Bewährungsstrafe weitere Taten begangen hat. Das Amtsgericht Schwalmstadt hatte bereits eine Strafe von einem Jahr und neun Monaten verhängt.

Selbst der Anwalt sah keine Möglichkeit, seinem Mandanten zur Seite zu stehen. Er übernahm die Auffassung der Staatsanwältin und legte die Urteilsfindung in die Hände des Gerichts.

Damit wurde vorerst ein Schlussstrich unter kriminelle Aktivitäten gezogen, die sich hauptsächlich in den Jahren 2013 und 2014 abgespielt hatten. Der lange Zeitraum bis zur Verhandlung ergab sich aus den verschiedenen Tatorten, für die dann jeweils eine andere Justizbehörde zuständig war. Das betraf zum Beispiel Rotenburg, Bad Hersfeld, Marburg, Kassel sowie den Schwalm-Eder-Kreis.

Bis kurz vor der Urteilsverkündung hatte das Fritzlarer Schöffengericht noch Akten aus anderen Dienststellen angefordert, um Klarheit zu gewinnen. In einigen Anklagepunkten erfolgte ein Freispruch.

Manche Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Dem Täter droht also eine weitere Gerichtsverhandlung. Der 51-Jährige hatte vornehmlich auf Parkplätzen an Friedhöfen Autoscheiben eingeschlagen. Er raubte die offen auf den Sitzen liegenden Handtaschen und Geldbörsen.

In zwei Fällen konnte er Geld von Konten abheben. Handschriftlich stand die PIN-Nummer auf der Karte. Schlüssel, die er fand, warf er in einen Teich. Das war zum einen der Generalschlüssel vom Fritzlarer Dom und dann ebenso von einer großen Bankfiliale.

Dem Angeklagten kam es nicht in den Sinn, die Opfer zu bedauern. Diese Menschen gingen zum Grab, im Herzen das Gefühl für die verlorenen Lieben. Sie kehrten zurück und mussten den Diebstahl feststellen.

Entscheidend trug der bestellte Gutachter zur Urteilsfindung bei. Er bescheinigte dem Täter als Kerndiagnose eine Persönlichkeitsstörung. Dieser ordnen sich eine Reihe von Krankheiten unter, die schließlich zur dauernden Berentung führten.

Die fachlich kompetenten und vor allem klaren Ausführungen zeigten, dass die Taten nicht vom Krankheitsbild gesteuert waren. Mildernde Umstände waren somit nicht gegeben. Schließlich wandte sich der Gutachter direkt an den Angeklagten: „Sie haben eine eindeutig kriminelle Veranlagung. Das sollten Sie erkennen, um daran zu arbeiten.“

Quelle: HNA

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