Öffnung auch für Fußgänger erwünscht

Traum vom Radweg durch den alten Eisenbahntunnel in Zierenberg

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Der Carlsbahntunnel bei Deisel: Radfahrer und Spaziergänger dürfen das sanierte Bauwerk aus dem Jahr 1848 seit September vergangenen Jahres nutzen.

Zierenberg. Bald startet der Bau des neuen Eisenbahntunnels zwischen Zierenberg und Calden-Fürstenwald. Für die Nutzung des alten Tunnels hat Horst Röhling vom Touristikverein diese Idee.

Auch wenn die Fertigstellung des Eisenbahntunnels noch in weiter Ferne liegt, gibt es bereits jetzt Überlegungen, was nach Inbetriebnahme mit der dann überflüssigen alten Röhre geschehen soll. Wenn es nach Horst Röhling geht, soll sie für Radfahrer und Wanderer geöffnet werden.

Horst Röhling

Für den Vorsitzenden des Zierenberger Touristikvereins wäre das nicht nur ein zusätzlicher Anziehungspunkt für Übernachtungs- und Tagesgäste, sondern auch eine logische Optimierung des bereits bestehenden Hessischen Fernradweges R4, der aus Norden kommend durch die Warmestadt führt und derzeit über das Warmetal geleitet wird. „Leider wurde seinerzeit versäumt, zwischen Lahr und Obermeiser einen Radweg anzulegen, nun hätten wir die Chance, den heute sehr beengten Weg von Obermeiser umzuleiten über Westuffeln, Ehrsten, Fürstenwald und dann durch den Tunnel“, so Röhling, der zudem in anderer Richtung aus Zierenberg kommend eine ideale Anbindung für Radfahrer nach Kassel sieht.

Die Idee sei von Bürgern an ihn herangetragen worden, die von einem vergleichbaren Projekt im Kreisteil Hofgeismar gehört hätten. Dort war im Trendelburger Ortsteil Deisel im September vergangenen Jahres der Carlsbahntunnel im Verlauf des Radweges R4 und des Diemelradweges für Radfahrer und Wanderer freigegeben worden. 1970 stillgelegt, sollte der Tunnel auf der ältesten Eisenbahnstrecke Hessens aus Sicherheitsgründen komplett versperrt werden. Langjährige Bemühungen von Radfahrern, Anwohnern und der Spitze des Landkreises Kassel sorgten für eine erfolgreiche Öffnung des alten Gemäuers, das sich binnen kürzester Zeit zum Publikumsmagneten mauserte und dem Tourismus Aufschwung bescherte.

Alter Eisenbahntunnel Zierenberg: In den kommenden Jahren soll eine neue Röhre die alte ersetzen. 

Davon träumt nun auch Horst Röhling für Zierenberg. Doch so schön die Vorstellung einer Radtour durch die alte Eisenbahnröhre auch sein mag, wird sie wohl für immer ein Wunschtraum bleiben. „Der alte Tunnel wird mit einem Teil der Ausbruchsmassen des neuen Tunnels verfüllt, eine Änderung ist ausgeschlossen, da die Verfüllung planfestgestellt ist“, macht Hans-Martin König, Leiter Infrastruktur bei der Kurhessenbahn, unmissverständlich klar. Unabhängig davon könne er sich nicht vorstellen, dass eine Kommune oder der Landkreis die Verkehrssicherungspflicht für ein über 100 Jahre altes Bauwerk übernehmen will. „In anderen Landkreisen hat es dies zwar schon gegeben, die Tunnel waren aber kürzer und vermutlich in einem besseren Zustand.“

Bürgermeister Stefan Dennteilt die Meinung Königs. „Ich stimme Herrn König zu. Auch ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Kommune diese Kosten und Risiken schultern möchte. Der Stadt Zierenberg wäre dies auch untersagt, da wir weitere freiwillige Leistungen nicht übernehmen dürfen.“

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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