Nach acht Jahren Bauzeit plant er den Jungfernflug

Traum vom roten Teufel: Wolfhager baut US-Kunstflugmaschine nach

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Die Holzkonstruktion steht: Wenn die Elektrik installiert ist, werden Tragflächen und Rumpf mit einer speziellen Folie bespannt. Im Herbst, hofft Döhne, wird sein Model startklar sein.

Wolfhagen. Auf Flugschauen hat Klaus Döhne die kleine, wendige Kunstflugmaschine oft bewundert. Dann hat er sich entschieden, die Pitts Special nahezu in Originalgröße als flugfähiges Modell nachzubauen. Im Herbst soll die Wolfhager Pitts "Red Devil" zum ersten Mal abheben.

Das Schlimmste steht Klaus Döhne noch bevor. Ein kurzer Moment nur, ein Schwächeln bei der Belastungsprobe und die Arbeit von Jahren wäre für die Katz. Seit 2006 baut er an seiner Red Devil, einem Modellflugzeug, fast so groß wie ein bemannter Flieger. Voraussichtlich im Herbst wird die Maschine fertig sein. Vor ihrem ersten Flug steht die technische Abnahme an. Und weil Sicherheit oberstes Gebot ist, wird die Red Devil (roter Teufel) dann richtig in die Mangel genommen.

Das Achtfache des Rumpfgewichts wird auf die Flügel gepackt. 80 Kilo schwere Sandsäcke. Die Belastung müssen sie aushalten, sonst gibt es keine Fluggenehmigung. „Die technische Abnahme mit Gewichten wird zeigen, ob man alles richtig gemacht hat“, sagt der 56-jährige Wolfhager. Wenn es knackt und die filigrane Holzkonstruktion geht zu Bruch, „dann hast du Pech gehabt“, dann waren hunderte Arbeitsstunden umsonst.

Seit 1970 gehört der Bau und das Fliegen von Flugmodellen zu Döhnes Hobbys. Mit Technik und Materialien kennt er sich nach all den Jahren bestens aus. Als Mitglied der Modellbausparte der Wolfhager Luftsportvereinigung hat er viel gelernt. Seine Fluggeräte wurden über die Jahre immer anspruchsvoller, größer.

Doppeldecker aus den 1940er-Jahren

2006 entschied Döhne dann, sich einen Traum zu erfüllen: den Nachbau einer Pitts Special 1, einem Doppeldecker für Kunstflugeinsätze, der in den 1940er-Jahren in den USA entwickelt wurde und bis heute auf Flugschauen zu sehen ist.

Der Antrieb: Döhne vor dem Vierzylinder-Motor, der den Flieger antreiben wird.

Das erste Problem, das Döhne lösen musste: Es gibt für den Maßstab, in dem er seinen Flieger bauen wollte, keine Pläne, nur für ein wesentlich kleineres Format. So wurde vor dem Baubeginn erstmal umgerechnet, ehe aus Birken- Buchen- und Fichtenholz die einzelnen zu verleimenden Bauteile hergestellt wurden.

Inzwischen ist der pensionierte Polizeibeamte endlich auf der Zielgeraden - krankheitsbedingt waren die geplanten zwei Jahre Bauzeit nicht zu halten. Die Elektrik wird jetzt installiert, dann müssen Tragflächen und Rumpf noch bespannt und nach dem Muster der Red Devil lackiert werden.

Döhnes Ziel ist es, mit seinem Modell der Pitts S1 an den großen europäischen Flugschauen teilzunehmen. Dazu muss das Gerät vor seinem Jungfernflug allerdings erstmal die brutale technische Abnahme bestehen.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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