Filmemacher Oliver Krekel produzierte Robin Hood in 3D

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Realisiert internationale Filmprojekte: Oliver Krekel im DigiDreams-Studio in Ehlen.

Ehlen. Er hat schon Raumschiffe in den Habichtswalder Himmel geschickt. Oliver Krekel ist gerade einmal sechs oder sieben Jahre alt, als er sich voller Euphorie ans Filmen macht. Mit der gerade erst geschenkten Super-8-Kamera dreht er seine heißgeliebten Star-Trek-Filme nach.

Schon damals verrückt nach Kinofilmen, hat der heute 45-Jährige längst seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und lässt Träume wahr werden. Die gibt es sogar in 3D, denn als freier Künstler tüftelt Krekel im Ehlener DigiDreams-Studio in der Königsberger Straße 7 an internationalen Filmprojekten.Nicht unbemerkt. Für die innova- tive Idee, in Hessen eine 3D-Filmproduktionsfirma aufzubauen, ist das DigiDreams Team 2010 vom hessischen Wirtschaftsminister Dieter Posch ausgezeichnet worden.

Oliver Krekel setzt eben um, wenn er sich etwas vorgenommen hat. Wie 1994, als er in einem Kasseler Elektrofachgeschäft einen Laserdisc-Player entdeckt. Seine favorisierten Filme aus dem Horrorgenre aber gibt es zu der Zeit nur als VHS-Version, was er gar nicht verstehen kann. Kurzerhand ruft er bei den Lizenzträgern seiner geliebten Horrorschinken an und hat wenig später die ersten Vertriebsrechte für Deutschland in der Tasche.

Aus Laserdiscs werden schnell die ersten DVDs, die Krekel ab 1998 mit seiner mittlerweile zum führenden Independent-Label im Bereich der Laserdiscs gewachsenen Firma Astro auf den Markt bringt. „Werner 2“, „Der Geist und die Dunkelheit“ mit Val Kilmer und Michael Douglas und auch die Fernsehversion von „Das Boot“ - die von Krekel vertriebenen Streifen werden immer größer. Bis ein großer Kunde wegbricht und 2009 auch seine Firma Astro vom Markt verschwindet.

Robin Hood in 3D-Version

Durch Rückschläge nicht zu bremsen, verwirklicht sich der Macher fortan bei DigiDreams. Noch stärker, noch größer, nimmt sich der passionierte Filmemacher nun seinem größten Traum an: der Produktion eines eigenen, internationalen Kino-Spielfilms. „Eine wahnsinnige Idee“, sagt er heute, doch dafür sei er bekannt. Robin Hood bietet sich für seine 3D-Vision an, nicht nur wegen der 3D-tauglichen Story, sondern auch, weil er die Geschichte gerade auf die heimische Theaterbühne gebracht hat.

Und weil zu einer internationalen Produktion auch internationale Stars gehören, fragt Oliver Krekel kurzerhand bei Schauspieler Tom Savini an, den er wenig später stolz als Darsteller des Sheriffs von Nottingham verkündet.

Bei dem „Dusk till Dawn“-Star soll es nicht bleiben, mit Claude-Oliver Rudolph verpflichtet er einen weiteren großen Namen der Branche, um in den Wäldern der Region sein Traumprojekt zu starten. 51 Drehtage und insgesamt zwei Jahre harte Arbeit benötigt er, um am 21. Mai dieses Jahres bei den Filmfestspielen in Cannes Premiere zu feiern. Die Kritiker der großen Kinomagazine attestieren ihm eine gelungene Produktion, deren Wurzeln vielleicht irgendwo in einem alten Super-8-Film zu finden sind, für den Krekel einst Raumschiffe in den Habichtswalder Himmel geschickt hat.

Von Sascha Hoffman

Quelle: HNA

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