Neue Gottesdienstordnung für Eheschließungen wurde der Kreissynode vorgestellt

Trauungen im Wandel

Für immer und ewig: Die Paare, die sich für eine kirchliche Eheschließung entscheiden, befinden sich in ganz unterschiedlichen Lebenskonstellationen. Die Evangelische Landeskirche Kurhessen-Waldeck will mit modernen Gebten und Texten, dem Wandel der Lebensformen gerecht werden. Foto: dpa

Melsungen. Moderner und an die Lebenswirklichkeit der Paare angepasster – so sollen die Inhalte der neuen Gottesdienstordnung für Trauungsgottesdienste sein, die die Evangelische Landeskirche Kurhessen-Waldeck im nächsten Jahr einführen will.

Bevor es soweit ist, müssen alle 26 Kreissynoden dem Schriftsatz zustimmen. Er wurde bei der Synode des Kirchenkreises Melsungen vom Mitglied der Liturgischen Kammer der Landeskirche, Pfarrer Christof Hartge, vorgestellt.

Bis auf wenige Kleinigkeiten seien die Mitglieder der Synode mit dem vorgelegten Entwurf zufrieden gewesen, sagt der Dekan des Kirchenkreises, Rudolf Schulze.

Die Notwendigkeit für die Überarbeitung und Neugestaltung der bisherigen Trauagende (siehe Stichwort), sieht Schulze im Strukturwandel der Lebensformen. „Die Ehe ist zwar nach wie vor die häufigste Lebensform“, sagt Schulze, aber die Paare brächten heute andere Voraussetzungen mit als beispielsweise 1973, dem Jahr aus dem die alte Trauagende stammt.

„Wir wollen seelsorgerlich kompetent bleiben und haben großen Respekt gegenüber den veränderten Lebensformen.“

Dekan Rudolf Schulze

Da gibt es Paare, die bei der Hochzeit schon Kinder haben, ältere Paare, die sich nach langen Jahren gemeinsamen Lebens entscheiden, den Bund vor Gott zu besiegeln, Patchworkfamilien – so verschieden wie die Lebensentwürfe, sind auch die Ansprüche an die Gestaltung des Trauungsgottesdienstes.

„Wir wollen seelsorgerlich kompetent bleiben und haben großen Respekt gegenüber den veränderten Lebensformen“, sagt Schulze. Dazu gehöre auch, sich der Herausforderung Eheschließung in der Erlebnisgesellschaft zu stellen. Paare wollen den Traugottesdienst heute viel stärker mitgestalten, sagt Schulze.

Das Ereignis solle so persönlich wie möglich gestaltet werden. Schulze: „Je persönlicher der Gottesdienst, um so intensiver ist aber auch die Vorbereitung für die Pfarrer.“

Die neue Trauagende soll mit modernerer Sprache, lyrischen Texten und mehr Variationsmöglichkeiten in der Gottesdienstgestaltung auf diese Entwicklungen antworten und den Pfarrern eine zeitgemäße Hilfestellung geben.

„Wir haben mit der neuen Trauagende zwar ein breiteres Angebot an modernen, fertig formulierten Texten, aber das entbindet uns natürlich nicht von der Aufgabe, darauf zu achten, dass Texte und Gebete auch zur Situation passen“, sagt Schulze.

Bei aller Individualität wird es auch weiterhin Konstanten im Ablauf eines Traugottesdienste bleiben: Trausegen, Bibelworte zum Thema Liebe und Schöpfung, das vorbehaltlose Versprechen sich lebenslänglich an einander zu binden. (kam)

Quelle: HNA

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