Quinauer Wallfahrt in Trutzhain: Gläubige erinnerten an die Einweihung ihrer Kirche

Treffen unter dem Zeltdach

Jubiläumsfeier der Trutzhainer Kirche: Gemeindereferentin Gabriele Döll, Festredner Norbert Schidleja, Buchautorin Dr. Johanna Anders, Pater Piotr Pasko und der frühere Trutzhainer Pfarrer Manfred Buse (von links) beim Kirchenjubiläum. Foto: Rose

Trutzhain. Es war ein besonderes Jubiläum, an das sich Gläubige aus Trutzhain und der Schwalm am Sonntag erinnerten: Denn die katholische Pfarrkuratie Maria Hilf feierte zusammen mit der Quinauer Wallfahrt auch die Einweihung der Wallfahrtskirche vor 50 Jahren.

Bis 1965 war die Trutzhainer Kirchengemeinde auf die notdürftig eingerichtete Barackenkirche angewiesen, die heute in der Nachbarschaft der Zeltkirche als Wohnhaus dient. Pfarrer und Gläubige verbinden bis heute mit ihren beiden Kirche Orte der Begegnung. Dieses Thema spannte sich buchstäblich wie das Dach eines Zeltes – diese Form prägt das Trutzhainer Gottesdienst – über den Tag.

Zur Wallfahrt entschieden sich nur wenige Gläubige, der Gottesdienst am Vormittag war jedoch reich besucht. Die Predigt hielt Manfred Buse, langjähriger Pfarrer. „Wir wollten dieses Jubiläum mit Erinnerungen von Menschen füllen, die dabei waren“, erklärt Wolfgang Scholz, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde.

Mit Norbert Schidleja fand sich ein Festredner der ersten Stunde: Als ehemaliges Mitglied des Verwaltungsrates und des Pfarrgemeinderates berichtete er über die Besonderheit der Wallfahrtskirche. Sicher, die Zeit nach dem Krieg sei für alle eine schwierige gewesen: „Aber ich habe keine Not gesehen. Und meine Eltern sprachen nicht über Not, sondern zündeten täglich eine Kerze an.“ In Trutzhain fand man in dieser Zeit noch Vertrauen im Glauben. Als Heimatvertriebene habe man sich nicht nach Steina getraut. „Aber im Ort selbst gab es Hoffnung und Zuversicht.“

Der erste Pfarrer Reinhard Mradek habe 1949 den Spruch geprägt: „Wenn wir nichts haben, so sind wir doch zusammen.“ Begründer der Trutzhainer Kirchengemeinde sei sein Nachfolger, Pfarrer Karl Altmann gewesen. Die erste Barackenkirche habe sonntags so viele Gläubige angezogen, dass es zwei Gottesdienste gab. Mit Pfarrer Manfred Buse verbinde er aktive Jugendgruppen, den Kirchenfasching, die Sanierung von Gemeindesaal und Pfarrheim.

Als der Neubau der Kirche vor 50 Jahren anstand, sei man ein wenig wehmütig gewesen: „Wir waren stolz, dass das „Ding“ da stand – die Barackenkirche hatte einen besonderen Charme.“ Nach Pfarrer Buse wurde die Gemeinde von Ziegenhain – mit Pfarrer Diethelm Vogel – gelenkt. „Der Priestermangel brachte uns die Omis.“, Was geblieben sei, sei die Trutzhainer Kirche als ein Ort der Ruhe und Besinnung. „Was ich vermisse, ist eine Orgel. Sie fehlt und dafür sollten wir uns in Zukunft einsetzen“, appellierte Schidleja an die Gläubigen. (zsr)

Quelle: HNA

Kommentare