Schulsozialarbeit und -seelsorge eröffnen Raum in der König-Heinrich-Schule

Treffpunkt Ansprech-Bar

Noch viel zu tun: Pfarrer und Schulseelsorger Hans-Joachim Engewald und Schulsozialarbeiterin Silke Sechtling putzen die Ansprech-Bar in der KHS heraus. Foto: Yüce

Fritzlar. Eine Tafel sucht man vergebens im Raum 259 in der König-Heinrich-Schule. Sie wurde abmontiert. Weg sind auch die an der Decke montierte Leinwand, Tische und Stühle. Stattdessen findet man einen Wasserkocher, verschiedene Teesorten, eine Kaffeemaschine, Pflanzen, Bistrotische und passende Stühle.

Noch sieht es in dem Raum etwas wild aus. Leitern, Klebefolien, Reinigungsspray, verpackte Regale und Werkzeuge liegen umher, doch schon am Dienstag wird die Ansprech-Bar eröffnet.

Kurzclip: Silke Sechtling

Dann werden Schulsozialarbeiterin Silke Sechtling und Schulseelsorger Hans-Joachim Engewald gemeinsam mit Helga Göbel und zwei Vertrauenslehrern voll und ganz für die Schüler da sein. Und nicht nur für sie, sondern auch für deren Eltern. Während Engewald für Schüler, Lehrer und Eltern bereits ein bekanntes Gesicht an der Schule ist, ist Sechtling neu im Team. Denn bislang gab es an dem Gymnasium keine Stelle für die Schulsozialarbeit.

„Dieser Raum ist eine eierlegende Wollmilchsau, im Beamtendeutsch heißt das Multifunktionsraum.“

Kurzclip: Hans-Joachim Engewald

„Alle wollen die Schulsozialarbeit an dieser Schule“, sagt Sechtling. Schließlich gehöre die Schule zur Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen. „Sie verbringen ihre Zeit acht Stunden im Bett, zu Hause und in der Schule.“ Auch an Gymnasien gebe es Schüler mit Problemen. Diese seien oft subtiler. „Da geht es nicht darum, dass jemand keine Hausaufgaben gemacht hat.“ Sie spüre die Freude darüber, dass nun auch die KHS dieses Angebot machen könne.

Ansprechbar, das will das Schulsozialteam sein. Ansprech-Bar, so wird Raum 259 künftig heißen. „Hier geht es nicht um Leistungsdruck und Lernen, hier wird ein Rückzugsort sein“, erklärt Sechtling. Einen Tee in der Schulpause trinken und dabei ins Gespräch kommen. Es müssen nicht immer Probleme gewälzt werden. „Es ist ein Raum der Begegnung“, ergänzt Engewald und betont, dass aber auch vertrauliche Beratungen und zum Beispiel in der Fastenzeit oder im Advent meditative Gruppenangebote möglich sind – dann bleibt die Tür geschlossen und der Lamellenvorhang wird zugezogen.

„Wenn es ein Problem gibt und das nicht mit Freunden und Eltern besprochen werden kann oder keine Lösung gefunden wird, dann versuchen wir zu helfen“, sagt Sechtling. Es sei bewusst ein offenes Angebot. Das richte sich zum Beispiel auch an Eltern mit Erziehungsfragen. „Wenn wir nicht weiter wissen, dann wissen wir aber, wer helfen kann“, so Engelmann mit Blick auf die Zusammenarbeit mit Beratungsstellen und Schulpsychologen.

Vertrautheit und Vertrauen

Denn vor allem um Vertrautheit und Vertrauen geht es ihnen. Um Verbindlichkeit und Verlässlichkeit – die bieten sie mit ihren Öffnungszeiten. „Wir sind fünf Tage die Woche in den großen Pausen und in der dritten und vierten Stunde für alle Schüler ansprechbar.“

Kirchenkreis, Schule und der Landkreis haben sich an dem Projekt finanziell beteiligt. Schulsozialarbeit und Schulseelsorge unter einem Dach: Engewald und Sechtling wissen, dass es diese Kombination zwar häufiger gibt, aber auch, dass es höchst selten ist, dass man dafür einen eigenen Raum bekommt. „Darüber sind wir froh, weil es nicht selbstverständlich ist“, sagt Engewald.

• Das Schulsozialteam der KHS ist außerhalb der Sprechzeiten unter 01763/4458835 ansprechbar.

www.khs-fritzlar.de

Quelle: HNA

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