Der Ansturm auf Feuerwerkskörper beginnt gerade erst – Bleigießen wieder gefragt

Trend geht zum Einmalzünden

Noch sind die Tische voll: Karina Schwalm (links) und Angelika Sack vom Hagebaumarkt in Treysa sortierten Feuerwerk und Knallbonbons. Foto: Camrath

Schwalmstadt. Seit gestern werden in Deutschland wieder Knaller für die Silvesternacht verkauft. Auch in den Schwälmer Lebensmitteldiscountern und Baumärkten liegen jetzt wieder Knallerbsen, Konfettibomben und Raketen zwischen Vogelfutter, Waschpulver und Werkzeug. Bereits am ersten Tag fanden viele den Weg in die Einkaufstüten der Kunden.

In einem großen Einkaufswagen schoben Jürgen Krenhagen und Waldemar Schmidt die nächste Ladung Silvesterknaller in Richtung der Verkaufstische. Nacheinander nahmen die beiden Aushilfen bunte Behälter mit Aufschriften wie Highlander, Dschingis Khan oder Superstar heraus und sortierten sie ein: Im Kaufland-Markt in Treysa musste gestern zur Mittagsszeit bereits eine Fuhre Feuerwerk nachgelegt werden.

90 Sekunden Feuerwerk

„In diesem Jahr verkaufen sich besonders die Batterien gut“, sagte René Schuchardt vom Profi-Baumarkt C.H. Schmitt in Ziegenhain. „Da reicht einmal anzünden und dann schießen die 90 Sekunden lang Raketen in die Luft.“ Das sei zwar teurer, dafür aber auch weniger gefährlich. Insgesamt würden ältere Menschen eher etwas für die Augen kaufen. Bei den jüngeren gehe es dagegen auch heute noch vermehrt um einen möglichst lauten Knall.

Ähnlich sah es im Hagebaumarkt in Treysa aus. Mitarbeiter Wolfgang Voigt erkennt ebenfalls einen Trend zu Batterien und leuchtenden Raketen. Böller würden eher von Jugendlichen gekauft. Er selbst halte jedoch wenig von den Krachmachern. Die Nachfrage nach Dingen im Kinderbereich sei in diesem Jahr groß. „Bleigießen wird wieder gewollt“, sagte Voigt.

Während er erzählte, baute Baumarkt-Mitarbeiterin Karina Schwalm noch die letzten Reklametafeln auf. „Bei uns kommt der große Ansturm erst wieder am Silvestervormittag“, sagte Voigt. Bislang sei es noch eher ruhig. Dann jedoch sei es wie zu Weihnachten: „Dann beschweren sich wieder alle über lange Schlangen an den Kassen.“

Wer Knaller und Raketen einkauft, konnte Voigt jedoch nicht genau sagen. Angelika Sack an der Kasse wusste mehr. „Bisher haben eher jüngere Leute eingekauft“, erzählte sie. Aber auch Kinder in Begleitung ihrer Opas waren dabei. „Die mussten mit, damit jemand über 18 Jahren dabei ist“, sagte sie.

Beim Griff zum Geldbeutel seien es die Mütter, die dann zur billigeren Variante greifen würden. „Der Preis ist sonst eher egal“, sagte Sack. Weitere Artikel links

Von Jörgen Camrath

Quelle: HNA

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