Trend geht zur Feuerbestattung

Schwalm-Eder. Noch ist die traditionelle Beerdigung die meist gewählte Bestattungsform im Schwalm-Eder-Kreis: Bei einem Todesfall entscheiden sich 55 Prozent der Betroffenen für eine Erdbestattung. Doch der Trend weist eindeutig in Richtung Feuerbestattung.

„Im ländlichen Raum dominiert noch die klassische Erdbestattung“, sagt Kracheletz, Vorsitzender des Bestatterverbandes Hessen. Doch hessenweit sei deren Zahl auf unter 50 Prozent gesunken - Tendenz fallend.

Finanzielle Belastungen und fehlender Bezug jüngerer Menschen zu einer Friedhofskultur sind für den Vorsitzenden des Bestatterverbandes Ursachen für den Wandel. Die ältere Generation habe noch für die eigene Beerdigung Geld gespart - das gebe es heute praktisch nicht mehr. Und es wollten sich immer weniger Menschen zur Grabpflege ihrer Angehörigen verpflichten lassen, meint Kracheletz.

84 Urnenbestattungen in Homberg

Den eindeutigen Trend in Richtung Urnenbestattung bestätigt auch Uwe Dittmer, Pressesprecher der Stadt Homberg. Im vergangenen Jahr standen in der Kreisstadt 56 Erdbestattungen 84 Urnenbestattungen gegenüber, während das Zahlenverhältnis im Jahr 2010 noch nahezu ausgeglichen war.

Eine Tendenz zur Urnenbestattung hat auch Andrea Wurst vom Bestattungsunternehmen Wurst in Felsberg ausgemacht. Sie sieht die Ursache dafür im demografischen Wandel - junge Leute zögen aus beruflichen Gründen weg und könnten die Gräber nicht mehr pflegen. Und deren Eltern entschieden sich für ein Urnengrab, weil sie ihren fern der Heimat lebenden Kinder nicht zur Last fallen wollten.

„Dass mehrere Generationen an einem Ort oder gar in einem Haus leben, gibt es doch heute kaum noch“, sagt Andrea Wurst. Sie hat einen weiteren Trend entdeckt: Rasengräber. „Auch die finden immer mehr Zuspruch.“

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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