Haltepunkt an der Main-Weser-Bahn nur auf Umwegen erreichbar

Treppe zum Gleis ist herrenlos und verfällt

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Kein Durchgang: Der direkte Weg zum Haltepunkt ist seit Jahren dicht - zuständig fühlt sich niemand. Foto: Quehl

Schwalmstadt - Wer im Schwalmstädter Ortsteil Wiera zum Zug kommen möchte, muss Zeit mitbringen und gut zu Fuß sein: Treppe und Fußweg zum Haltepunkt an der traditionsreichen Main-Weser-Bahn Richtung Süden sind marode und daher gesperrt, und das seit Jahren. Zum Gleis und dem einzigen Fahrscheinautomaten gelangt man offiziell nur über einen ausladenden Umweg entlang der Bundesstraße 454 ohne Gehweg.

Seit Jahren laufen die Wieraer wie vor eine Wand, wenn sie um Hilfe bitten. Die Bahn bezeichnet sich als nicht zuständig. Auch das Land will mit Instandsetzungs- und Unterhaltskosten für die Treppe nichts zu tun haben. Phasenweise stritten Bahn und Hessen Mobil sogar ab, Eigentümer der verfallenden Treppe zu sein.

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Stimmt nicht, sagt Bürgermeister Dr. Gerald Näser. Das Bauwerk aus schlichtem Beton gehört Hessen Mobil und einer Tochter der Deutschen Bahn zu je 50 Prozent. Die Stadt Schwalmstadt kann es sich schon aus versicherungstechnischen Gründen nicht erlauben, den Zugang in Ordnung zu bringen und frei zu geben, da sie definitiv kein Eigentümer ist. Und schon allein der fällige Winterdienst wäre für die tief in den roten Zahlen steckende Stadt nicht zusätzlich zu stemmen.

Trotzdem will die Stadt weiter Druck machen, damit Pendler und Reisende an dem relativ stark frequentierten Halt den absurden und nicht ungefährlichen Umweg rund um ein baumbestandenes Wiesengrundstück nicht länger hinnehmen müssen.

Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus sagte auf Anfrage der HNA: „Es laufen Gespräche mit der Stadt Schwalmstadt, wie es mit der Treppe weitergehen soll.“ Derzeit ist seine Behörde allerdings der Ansicht, das Bauwerk werde „aus betrieblichen Gründen nicht mehr benötigt“. Wenn sie das anders sehe, sei die Stadt Schwalmstadt gefragt.

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Quelle: HNA

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