Treysaer Timo Brauroth verfolgt die Fußball-Weltmeisterschaft vor Ort

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Dicht dran: Timo Brauroth (Vierter von rechts) neben einigen Volunteers (freiwilligen Helfern) vor der WM-Arena in Sao Paulo.

Treysa/Sao Paulo. Während sich hierzulande am heutigen Donnerstag um die besten Plätze auf dem heimischen Sofa, im Biergarten oder beim Public Viewing gestritten wird, ist ein Schwälmer mittendrin im Geschehen der Fußball-Weltmeisterschaft: Timo Brauroth arbeitet dort, wo Millionen von Fußball-Fans gern Urlaub machen würden. Seit dem 1. Juni ist der Treysaer in Brasilien.

Sein Arbeitgeber, das Züricher Unternehmen „VIP Sportstravel“, übernimmt die Rundum-Gästebetreuung vor Ort bei sportlichen Großveranstaltungen. Neben der Organisation der Tickets muss sich der 28-Jährige dort auch um das Rahmenprogramm der Gäste kümmern. „Ich habe hier eine Arbeitsberechtigung“, sagt Brauroth mit einem Lächeln, „aber ich erlebe natürlich auch die ein oder andere Minute von den Spielen“.

Als „Key Account Manager“ ist er für den Standort Sao Paulo zuständig - allein in der Millionenstadt hat Brauroth Zugang zu fünf von sechs Partien. Durchweg begeistert ist der Diplom-Sportwissenschaftler bisher von den Gastgebern der WM: „Die Brasilianer sind sehr gastfreundlich. Mit einem Lächeln und vereinzelten Brocken Portugiesisch kann man selbst die Sprachbarrieren relativ gut beheben.“ Größtenteils laufe die Verständigung aber in englischer Sprache ab, und dabei drehen sich die Gespräche mit Einheimischen nicht nur um das spannende Spiel des Vortags - auch die politischen Unruhen des Landes werden oft zum Thema. „Demonstrationen habe ich hier persönlich noch nicht erlebt, da Sao Paulo eine wahnsinnig große Stadt ist“, berichtet Brauroth. Allerdings komme die Problematik in den Gesprächen mit vielen Brasilianern relativ schnell zum Vorschein - seine Eindrücke werden dadurch aber nicht überschattet. „Das Land ist riesig und so facettenreich. Und es gibt auch nicht den Stereotyp Brasilianer. Es treffen viele verschiedene Einflüsse aufeinander, was aber das Land und die Leute sehr spannend macht“, sagt Brauroth, der selbst begeisterter Fußballer ist. Für seinen Heimatverein, den 1. FC Schwalmstadt, hat er schon zahlreiche Spiele in Hessenliga und Verbandsliga bestritten.

Als einen der markantesten Unterschiede zum Leben in der Heimat betrachtet er - neben den klimatischen Bedingungen - den Straßenverkehr in Millionenstädten wie Sao Paulo. Bis zum 18. Juli kann er noch viele weitere Eindrücke im „Fußball-Paradies“ sammeln: Neben Sao Paulo hat Brauroth bereits die Städte Salvador de Bahia und Belo Horizonte kennengelernt. Pünktlich zum Finale im legendären Maracana-Stadion wird er dann nach Rio de Janeiro reisen.

Und natürlich verfolgt der Schwälmer auch die Partien in den anderen Spielorten - etwa in Fortaleza, dem Schauplatz des 2:2-Unentschiedens zwischen der deutschen Nationalelf und Ghana am vergangenen Samstag. Oder im schwül-heißen Manaus, inmitten des Amazonasgebiets. Überzeugt hat ihn dabei bislang vor allem die holländische Nationalelf, auch den Geheimtipps Belgien und Chile traut er noch einiges zu.

Sein Traum ist aber natürlich ein anderer: „Wir Deutschen sind gut ins Turnier gestartet und werden hoffentlich Weltmeister im Maracana!“

Von Steffen Schneider

Quelle: HNA

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