Grundschüler arbeiteten mit dem Paul-Rucksack

Trinkwasser aus der Mülmisch

Erst dreckig, dann sauber: Schüler lernten Wasserrucksack Paul kennen. Die Wassergläser halten von links: Dominik Proll und Jonas Mannshausen. Foto: V. Koch

Körle. „Das schmeckt genauso wie Wasser aus der Leitung“, sagt Wiebke Braun und nimmt noch einen großen Schluck. Doch aus der Leitung stammt dieses Wasser nicht, sondern aus dem Bach, der Mülmisch.

Am Freitag bereiteten die Schüler der Umwelt-AG der Grundschule Körle Wasser aus der Mülmisch mit dem Wasserrucksack Paul (Portable Aqua Unit for Lifesaving = tragbares Wassergerät zur Lebensrettung) auf.

Paul ist eine Erfindung der Universität Kassel. Entwickelt hat den Rucksack Franz Bernd Frechen. „Überall, wo Menschen Wasser brauchen, wird Paul eingesetzt“, sagt Andreas Dinkel vom Fachbereich Siedlungswasserwirtschaft. Er zeigt den Dritt- und Viertklässlern der Umwelt-AG was Paul alles kann.

Dabei wird er von einem Filmteam der Kunsthochschule begleitet. Behrooz Karamizade und Alexandra Petkau von der Abteilung Film und Fernsehen dokumentieren den Einsatz von Paul an der Mülmisch. „Die Kindern lernen heute nicht nur die Zusammenhänge des Wasserkreislaufs, sondern erlangen auch Medienkompetenzen“, sagt Petra Westphal.

Mit Eimern schleppen die Grundschüler das Bachwasser zu dem blauen Wasseraufbereiter. Was oben noch als braune Brühe in den Wasserrucksack hineinfließt, kommt unten als klares Wasser heraus. Und das lassen sich die Kinder schmecken.

„Paul filtert mit einem Membranfilter über 99,9 Prozent der Bakterien aus dem Wasser“, sagt Dinkel. Entwickelt wurde der Rucksack für den Einsatz in Katastrophengebieten. Unter anderem kam er schon nach dem Erdbeben in Haiti und der Dürre in Ostafrika zum Einsatz. Zwischen 80 bis 100 Liter Trinkwasser fasst der Rucksack nach Angaben von Dinkel.

Das ist eine gute Sache finden die Kinder der Umwelt-AG. „Es ist richtig klasse, dass mit Paul Menschen geholfen werden kann“, sagt Schüler Florian Westphal. Allerdings denkt er auch an die Tiere aus dem Bach, die in den Wasserrucksack geraten können. „Die bleiben doch auf dem Filter oben liegen“, sagt seine Mitschülerin Wiebke Braun. (yvk)

Quelle: HNA

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