C. H. Schmitt-Stiftung veranstaltete besinnliches Konzert in der Schlosskirche

Trio spielte sich in Herzen

Preisträgerinnen: von links Andra Talmaciu (Querflöte) , Maria-Theresa Freibott (Harfe) und Silke Augustinski (Oboe) spielten in der Ziegenhainer Schlosskirche. Foto: Grebe

ZIEGENHAIN. Abseits des Trubels auf dem Weihnachtsmarkt mit seiner charakteristischen Atmosphäre, den Holzbuden und den vertrauten Düften lud die C. H. Schmitt-Stiftung am Sonntagnachmittag zu ihrem traditionellen Adventskonzert in die Schlosskirche ein. Drei junge Preisträgerinnen schenkten den zahlreichen Konzertbesuchern eine besinnliche Stunde abwechslungsreicher Kammermusik, während am Adventskranz stimmungsvoll die drei roten Kerzen brannten.

Mit Georg Philipp Telemanns viersätziger Sonate in C-Moll spielte sich das Trio um Silke Augustinski (Oboe), Maria-Theresa Freibott (Harfe) und Andra Talmaciu (Querflöte) sogleich in die Herzen der Zuhörer und sperrte den Weihnachtsstress aus. Im Original für Oboe, Blockflöte und Basso continuo geschrieben, übernahm die Harfe nun die Begleitstimme.

Oboe erfüllte Kirchenraum

Im Barock wurde sie bereits so eingesetzt, bot sie im Gegensatz zum Cembalo eine größere Anschlagsvielfalt und ein filigranes Klanggerüst. Lange Liegetöne der Oboe erfüllten den Kirchenraum, zu denen die Flöte eigene entsandte, so dass sich ein spannungsgeladenes Wechselspiel entwickelte, dezent untermalt von transparentem Harfenklang. Der zweite Satz glich einem weihnachtlichen Jubilieren im beschwingten Dreiertakt. „Es gibt nicht viele Originalkompositionen für Flöte, Harfe und Oboe. Wir freuen uns über jedes Stück, das nicht noch für uns bearbeitet werden muss“, verriet Silke Augustinski. „Pan und Nymphe-Idyll“ von Walter Dahlhoff war eines davon.

Die Harfe ahmte das Plätschern eines Baches nach, die Holzblasinstrumente ließen vor dem inneren Auge von Ast zu Ast hüpfende Eichhörnchen erscheinen, vielleicht aber auch einen folkloristischen Dorftanz auf einer Bergwiese. Den „Schwan“ von Camille Saint-Saëns vertraute Augustinski ihrem Englischhorn an. Das Instrument verkörpert in der Oboenfamilie das Altregister, klingt tiefer und durch seinen Liebesfuß weicher und wärmer. Sieben Pedalhebel und 47 Saiten hatte die Harfenistin an ihrer Doppelpedalharfe zur Verfügung.

Mozart, der weder Flöte noch Harfe sonderlich mochte, schuf nur ein einziges Werk für diese Besetzung: sein Konzert in C-Dur (KV 299), von dem Freibott und Talmaciu den traumhaft schönen zweiten Satz musizierten, angelehnt an das Klangideal der Klassik, schnörkellos und ohne Vibrato.

Den Abschluss des Konzerts bildete Antonio Pascullis „Ommagio a Bellini“ für Englischhorn und Harfe. Virtuos und zugleich opernhaft ging es in dieser Fantasie zu. Pasculli war selbst Oboist und wusste das Instrument in Szene zu setzen.

Pathetisch eröffnete Maria-Theresa Freibott das anspruchsvolle Duett. Silke Augustinski führte ihr Instrument sicher und äußerst virtuos durch alle Höhen und Tiefen des Tonraumes, vereint mit einem schier unerschöpflichen runden Tonstrom. 

Von Dorothea Grebe

Quelle: HNA

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