Nach Konzert in Wolfhagen

Tritt könnte für Nena juristische Folgen haben

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Am Mikrofon: Das Bild zeigt Sängerin Nena Anfang März 2015 bei einem Auftritt in Berlin.

Wolfhagen. Beim Tritt von Nena gegen die Brust des HNA-Journalisten Sascha Hoffmann bei einem Konzert am Dienstag in Wolfhagen könnte es sich um gefährliche Körperverletzung handeln.

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Das leitet sich daraus ab, dass die Sängerin während der Attacke einen Schuh trug. Je fester der Schuh und je gefährlicher die Form, desto höher der Verdacht der gefährlichen Körperverletzung, sagt Knuth Pfeiffer, Fachanwalt für Strafrecht in Kassel, auf HNA-Anfrage. „Ich wusste nicht, dass Nena diese Neigungen hat“, sagt Achim Wolff, Geschäftsführer des Hessischen Journalistenverbandes.

Der Jurist ermutigt dazu, „solchen Kindereien“ mit einer Anzeige zu begegnen. Wolff hält eine Entschuldigung Nenas für angemessen.

Obwohl der Hessische Journalistenverband Hoffmann anheim gestellt hat, die Sängerin anzuzeigen, lehnt der 39-jährige Journalist dies ab. „Ich kann das Idol meiner Jugend nicht anzeigen“, sagt er. Vom Tritt habe er keine Verletzung davongetragen, seine Kamera sei auch nicht defekt. Allerdings bewertet Hoffmann den Auftritt Nenas als überzogen und schade.

Der Zierenberger, der früher selbst fünf Jahre lang als PR-Manager bei Konzerten internationaler Stars Journalisten betreute, habe so ein Verhalten noch nie erlebt. Ab und an habe es Knebelverträge gegeben, in denen Journalisten klar diktiert wurde, was sie tun und lassen dürften. „Über so einen Vertrag hätte Nena das Problem mit den Fotografen lösen können.“

Bei der Stadt Wolfhagen sorgt der Vorfall für Gesprächsstoff. Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos) glaubt, dass die Stadt bei der Agentur „unten durch“ sei. Die Berichterstattung der HNA habe dem kulturellen Ansehen Wolfhagens geschadet. Auch Hoffmann bedauert, dass ein tolles Konzert einen negativen Anstrich bekommen hat. „Das hat das Wolfhager Kulturteam nicht verdient.“

Nenas Tweet zum Auftritt in Wolfhagen

Quelle: HNA

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