21-Jähriger wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht

Tritt mit den Stahlschuhen

Treysa. Weil er auf seinen Arbeitskollegen losgegangen ist, stand ein 21-Jähriger aus dem Altkreis vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt. Mit seinen Sicherheitsschuhen hatte der Garten- und Landschaftsbauhelfer in Ausbildung seinen 19-jährigen Kollegen gegen den Kopf getreten und mit seinen Fäusten auf ihn eingeprügelt. Die Staatsanwaltschaft warf dem 21-Jährigen gefährliche Körperverletzung vor.

Er sei am 21. September bereits wütend zur Arbeit gekommen, gab der Angeklagte vor Gericht an. Die Betreuer seiner Wohngruppe, in der der Auszubildende lebt, hatten ihn aufgefordert, den Müll raus zu bringen. Aufgebracht sei er an seiner Arbeitsstelle angekommen, sagte der Angeklagte.

Das 19-Jährige Opfer, ein Arbeitskollege, gab zu den Angeklagten unüberlegt provoziert zu haben. Der 21-Jährige sei daraufhin auf ihn losgegangen, sagte das Opfer aus. Aus einer Drehung heraus habe der Kollege mit seinen Arbeitsschuhen auf den Kopf des sitzenden Arbeitskollegen eingetreten. Anschließend habe der Angeklagte mit nietenbesetzten Handschuhen auf ihn eingeschlagen.

Der Angeklagte bestritt dies: „Wenn ich zuschlage, ziehe ich meine Handschuhe immer aus“, betonte der Auszubildende.

Ein Arzt diagnostizierte eine leichte Gehirnerschütterung und eine Jochbeinprellung beim 19-jährigen Opfer. „Das war eine doofe Aktion“, sagte der Angeklagte bei der Verhandlung. Er habe sich mittlerweile beim Opfer entschuldigt und sie kämen gut miteinander aus.

Aufgrund einer diagnostizierten Emotionsstörung und einem gestörtem Sozialverhalten, wurde der Angeklagte nach Jugendstrafrecht verurteilt. „Das war die Tat eines Jugendlichen“, sagte der Richter.

Er betonte, dass den Angeklagten nach Erwachsenenstrafrecht eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Monaten erwartet hätte. „Ihre Verurteilung ist ein Schuss vor den Bug, sie müssen aufhören gewalttätig zu reagieren“, sagte der Richter bei der Urteilsverkündung.

Ein Tag im Gefängnis

Der 21-Jährige muss 30 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und wird am Projekt „Lernen durch Erfahrung“ teilnehmen. In dem Projekt verbringen Jugendliche einen Tag im Gefängnis in Ziegenhain als Inhaftierte. Es diene der Abschreckung, erklärte der Richter.

Von Ann-Kristin Herbst

Quelle: HNA

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