Krankenhaus: RP Gießen hat noch keinen Bauantrag für Nutzungsänderung gestellt

In trockenen Tüchern

Homberg. Noch liegt beim Schwalm-Eder-Kreis kein Bauantrag für eine Nutzungsänderung für das ehemalige Kreiskrankenhaus vor, sagt Büroleiter Michael Schneider auf HNA-Anfrage. „Die Eigentümer beziehungsweise Pächter müssten einen Bauantrag stellen, wenn in dem Gebäude Asylbewerber untergebracht werden sollen“, erklärt er.

Nicht nur bei einem Hausbau benötige man einen Bauantrag, sondern auch bei einer genehmigungspflichtigen Nutzungsänderung. „Das trifft in diesem Fall zu und wäre auch so, wenn ein Wohnhaus zu einer Gaststätte wird.“

Von dem für die Erstaufnahme von Asylsuchenden in Hessen zuständigen Regierungspräsidium in Gießen heißt es, dass alles in trockenen Tüchern sei, die Verträge aber noch nicht unterschrieben seien. Man halte aber selbstverständlich an den Plänen für die ehemaligen Klink in Homberg fest.

Die Stadt Homberg hat nach der ersten Information durch das hessische Sozialministerium Ende Oktober, nichts Neues in Sachen Erstaufnahmestelle erfahren. „Bis zu 300 Erstaufgenommene und 100 dauerhaft Asylsuchende sollen in Homberg unterkommen“, erklärt Bürgermeister Martin Wagner. Viel mehr wisse er auch nicht.

Sowohl der Landkreis als auch die Stadt Homberg sind bislang nicht an dem Verfahren beteiligt. Zuständig für die Unterbringung des Asylsuchenden ist das hessische Sozialministerium und in dessen Auftrag eben das RP Gießen.

„Ein solches Begehren ist nicht an uns herangetragen worden.“

Gabriele Fischer, RP Gießen

Wagner betont, dass die Homberger nicht ausreichend informiert wurden. „Auf meinen Impuls hin findet an diesem Freitag ein Gespräch mit Vertretern des Landes in Homberg statt. Ich teile die Sorge der Homberger und ich wäre ein schlechter Bürgermeister, wenn ich diese nicht ernst nähme.“

Er hoffe, dass man in Gesprächen zu einer vernünftigen Lösung des außerhalb von Homberg entschiedenen Problems komme.

Beim Regierungspräsidium Gießen sieht man derzeit übrigens keinen Bedarf für eine Informationsveranstaltung in Homberg. „Ein solches Begehren ist nicht an uns herangetragen worden“, sagt Pressesprecherin Gabriele Fischer.

„Im ehemaligen Kreiskrankenhaus in Homberg war für maximal 160 Patienten in Mehrbettzimmern Platz“, sagt Klaus Bölling, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Nun sollen 400 Menschen dort aufgenommen werden. • Öffentliche Informationsveranstaltung: Heute, 18.30 Uhr, im Hotel Stadt Cassel

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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