Beim Burgfest in Jesberg wurde das Mittelalter lebendig – Besucher genossen Ambiente

Trommeln statt Facebook

Die Burgruine thront über Jesberg: Beim Fest versammeln sich viele Gäste an ihrem Fuße. Foto: zty

Jesberg. Experten für Öffentlichkeitsarbeit verbreiten heute ihre Nachrichten digital mit Facebook und Twitter. Im Mittelalter war das noch anders, Herolde überbrachten ganz analog die Neuigkeiten. Sie schritten mit ihren Trommeln durch die Gassen und riefen dazu laut das Neueste aus. So erzählte es Harald Becker beim Jesberger Burgfest am Wochenende.

Becker, im wahren Leben Polizist, trommelte laut in die Massen und kündigte die nächste Veranstaltung an. Der ehemalige Jesberger Lars Döring half ihm dabei. Er war eigens zum Fest aus seiner neuen Heimat Ostfriesland angereist, weil er das Ereignis auf keinen Fall verpassen wollte.

Das Fest findet alle zwei Jahre unterhalb der Burg statt. Jesbergs Bürgermeister Günter Schlemmer trat im mittelalterlichen Kostüm auf und hielt als Schultheiß Gericht.

Zufrieden mit Besuch

Er war sehr zufrieden mit der Resonanz: „Trotz der vielen Veranstaltungen rund herum sind sehr viele Besucher da“, sagte er. Auf dem Hang vor der Bühne tummelten sich die Zuschauer, lauschten den Minnesängern und verfolgten mittelalterliches Schauspiel.

Auch der Männergesangverein Hundshausen trat auf, die Kellerwaldschule führte das Stück „Ein Gespenst kommt selten allein“ auf, der Kinderchor, die Blechbläser der Musikschule, viele Gemeinschaften waren für diesen Tag in Aktion.

Am Platz darunter hatten die Falkensteiner Hunde, eine mittelalterliche Lebens- und Brauchtumsgemeinschaft aus Edermünde, ihre Zelte aufgebaut. Dort spannen sie Wolle und kochten auf dem Feuer im Topf die Gemüsesuppe. Sie wollen den Zuschauern das mittelalterliche Leben näher bringen. Die Gruppe, die sich im Oktober vergangenen Jahre gegründet hat, orientiert sich am Geschlecht derer „von Hund“, das vor 800 Jahren in der Region lebte und seinen Sitz in Holzhausen/Hahn und in Bad Emstal auf der Burg Falkenstein hatte. Am Turm lagert das Freie Lager Gilserberg, weiter oben spielten die Kinder mittelalterliche Spiele, schossen Pfeile mit dem Bogen ab, balancierten mit Wassereimern, molken die Kuh und tollten im Strohhaufen. Dazu breitete sich der Rauch der Wildschweinbratwurst aus, und aus dem Weinkeller drang Lachen. (zty)

Quelle: HNA

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