Melsunger Stadtverordnete stimmten einstimmig für Gründung von Energiegesellschaft

Trotz Bedenken Ja zur Fulda-Eder Energie

Melsungen. Die Stadt Melsungen stimmt der Gründung der Fulda-Eder Energie zu. Als eine der letzten Kommunen gaben die Stadtverordneten am Donnerstag in ihrer Sitzung ein positives Votum zur Gesellschaftsgründung. Das Ergebnis fiel einstimmig aus.

Klärungsbedarf sehen die Mitglieder der SPD- und FDP-Fraktion indes noch immer.

FDP-Fraktionschef Joost Fastenrath brachte eine moralische Komponente in die Diskussion ein: Man müsse unter anderem bedenken, dass zum Beispiel die 750.000 Euro Zinsen, die für die Finanzierung des Rückkaufs anfielen, an die Endverbraucher weitergegeben würden. „Die Kunden finanzieren uns die Eigentumsübernahme“, sagt er.

Die sei zu eindimensional gedacht, entgegnete Burkard Meyer-Stagneth. Die Situation unter Eon Mitte sei um einiges schlechter für die Kunden, so der Grüne.

Volker Wagner, SPD-Chef, stellte in den Raum, warum eine Rekommunalisierung der Stromnetze überhaupt noch nötig sei, wo doch die Landkreise und Städte in der Region die Eon Mitte komplett übernähmen. Diese Frage müsse man erörtern. Wegen des Einflusses, den man innerhalb der neuen Gruppe habe, erwiderte ebenfalls Meyer-Stagneth. Als einfaches Mitglied in der neuen und kommunalen Eon Mitte verfüge man lediglich über einen Anteil von 0,6 Prozent.

Weiterhin offen seien zudem Fragen zum Vertrieb, zur Haftung und zu den Finanzströmen, sagte Wagner.

CDU will Sack zu machen

Ein von SPD und FDP angeführtes Urteil eines Oberlandesgerichts zum Thema Mittelspannungsnetze und deren Verkauf sei noch nicht rechtskräftig und somit noch nicht relevant, sagte Reinhold Tiemann. CDU-Chef Bernhard Lanzenberger griff ein Zitat des Bürgermeisters aus der HNA auf: „Es wird Zeit, dass wir den Sack zu machen.“

Dafür seien zwar auch die Freien Wähler, sagte Fraktionschef Martin Gille, man müsse die offenen Fragen aber auch ausdiskutieren können.

Unklar sei außerdem, wie sich die neue Eon als Handelspartner präsentiere, sagte Fastenrath. „Wir müssen keine Angst vor der neuen Eon haben“, sagte Wagner. Man sei schließlich früher auch mit der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Mitteldeutschland (EAM) zufrieden gewesen.

Quelle: HNA

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