Zahl der Anträge in der Region Kassel leicht rückläufig

Trotz Elterngeld: Baby-Boom blieb aus

Kreis Kassel. Wesentliche Ziele des Elterngeldes werden in der Region Kassel nicht erreicht: Die Zahl der Geburten ist seit der Einführung im Jahr 2007 nicht gestiegen. Zugleich hat sich die zunächst steigende Tendenz bei der Zahl der Anträge nicht fortgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr geht sie im laufenden Jahr sogar leicht zurück.

Kamen im Jahr 2004 in der Stadt Kassel noch 1794 Kinder zur Welt, waren es fünf Jahre später 1683. Etwas niedriger als im Vorjahr dürfte die Zahl der Neugeborenen am Ende dieses Jahres liegen.

Ähnlich ist die Tendenz im Landkreis Kassel, 2004 kamen dort 1755 Kinder auf die Welt. 2009 waren es 1604 Neugeborene. Niedriger dürfte die Zahl am Ende im laufenden Jahr ausfallen. Bundesweit ist die durchschnittliche Kinderzahl je Frau im Jahr 2009 auf 1,36 zurückgegangen. 2008 lag sie noch bei 1,38.

Etwa 20 Prozent der Anträge auf Elterngeld in Stadt und Landkreis Kassel stellen Väter. Bundesweit liegt die Quote laut Familienministerium bei 23 Prozent. Durchschnittlich beziehen Väter in der Stadt 3,48 Monate Elterngeld und kümmern sich um den Nachwuchs. Im Landkreis liegt der Durchschnitt bei 2,9 Monaten – laut Statistik des Amtes für Versorgung und Soziales Kassel. Väter müssen mindestens zwei Monate Baby-Pause einlegen, damit Familien Anspruch auf volle 14 Monate Elterngeld haben.

Weil die Antragszahlen insgesamt höher seien als erwartet, will die Bundesregierung für den Haushalt 2010 zusätzlich 140 Millionen Euro bereitstellen. Veranschlagt waren 4,48 Milliarden Euro.

Experten wie der frühere Regierungsberater Bert Rürup sehen die Ziele als verfehlt an: „Mit Geld werden wir die Gebärfreude nicht steigern können.“ Familienministerin Kristina Schröder (CDU) nennt das Elterngeld indes „eine großartige Erfolgsgeschichte“. Weil mehr Kinder geboren würden, zahle die Regierung mehr aus. ZUM TAGE, NÄCHSTE SEITE

Von Claas Michaelis

Quelle: HNA

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